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Meine Stadt Ein Kontospäher packt aus
Hannover Meine Stadt Ein Kontospäher packt aus
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21:20 11.09.2012
Von Annette Rose
GESCHNAPPT: Vasco G. wurde miteuropäischem Haftbefehl gesucht,im April in Bulgarien gefasst und ausgeliefert. Den zweifachenFamilienvater erwarten nach seinem Geständnis vier Jahre Haft. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Er schlenderte gestern betont locker in den Gerichtssaal, den Arm mit dem Aktendeckel ließ der Bulgare Vasco G. (31) schon nach wenigen Sekunden sinken und stellte sich den Blitzlichtern der Fotografen. Der zweifache Familienvater, der in Hannover mit einem Komplizen agierte, hatte bei drei Spähattacken an Geldautomaten der Volksbank Daten von 529 Kunden ausgespäht. Dies brachte einer Skimming-Bande, die international arbeitet, eine Beute von 908?085,96 Euro ein.

Vasco G. ist wegen Fälschung von Zahlungskarten und Betrug angeklagt, gewerbsmäßig und als Mitglied einer Bande. Es hat in Hannover schon etliche Skimming-Fälle bei unterschiedlichen Banken gegeben (NP berichtete), aber noch nie war die Beute so hoch.

Der Bulgare, der gestern seine Verteidigerin sprechen ließ, räumte alle Taten in Filialen am Engelbosteler Damm, in Ricklingen und Mühlenberg ein. Mit einem Komplizen habe er Blenden mit Minicamcorder an die Tastaturen zum Ausspähen der Pin angebracht. Die Magnetstreifen wurden durch einen Überbau an den Kartenschlitzen elektronisch ausgelesen. Der Komplize übertrug die Daten auf einen PC und sandte sie nach Kanada, USA, Peru und in die Karibik. Dort stellten andere Bandenmitglieder EC-Karten-Dubletten her und plünderten die Konten. Betroffene Kunden sollen ihr Geld über einen Schadensfonds zurückerhalten.

Der Angeklagte, der aus gutem Haus stammt, sagte gestern, er habe 20?000 Euro Schulden gehabt. Nach seinem Wirtschaftsstudium habe er zunächst erfolgreich zwei Lebensmittelläden betrieben, bis ein Supermarkt in der Nähe aufmachte. Er habe Kredite aufgenommen, um seine Familie ernähren zu können. Weil er nicht zurückzahlen konnte, sei er von seinem Gläubiger unter Druck gesetzt worden. Dieser Mann namens Pawel habe ihn auf die Geldautomaten angesetzt und ihm für jedes erfolgreiche Abfischen 500 Euro Schuldentilgung versprochen. „Ich hatte nur Schuldenbegleichung im Sinn, es tut mir leid“, ließ der Angeklagte die Dolmetscherin übersetzen.

G., der seine Haut retten will – auf bandenmäßiges Ausspähen von Bankdaten stehen zwei bis zehn Jahre Haft – packte noch weiter aus. Er beschrieb der Polizei seinen Auftraggeber und nannte den Namen seines Komplizen. Die Polizei konnte beide identifizieren. Für das Kronzeugengeständnis haben ihm die Richter unter Vorsitz von Renata Bürgel eine Urteilsvereinbarung angeboten. Die Strafe soll vier Jahre betragen. Das Urteil wird heute gesprochen.

Am kommenden Dienstag wird es ernst für die Stadt Barsinghausen. Ihr kommissarischer Verwaltungschef Marc Lahmann führt die erste Vertragsverhandlungen mit dem Innenministerium.

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