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Meine Stadt Eigener Laden in der City: Zwei Frauen trotzen dem Risiko
Hannover Meine Stadt Eigener Laden in der City: Zwei Frauen trotzen dem Risiko
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18:50 21.01.2019
Perey Ibrahim in ihrer Kinderboutique in der Osterstraße. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

In der Innenstadt sinkt die Zahl der inhabergeführten Fachgeschäfte. Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft beklagt, dass es der heutigen Jugend an „Unternehmerwille“ fehle. Die NP hat zwei junge Frauen besucht, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatte.

„Emma und Paul“: Mode für Kinder

Eigentlich studiert Perey Ibrahim Jura. Doch derzeit kommt sie nicht wirklich dazu. Denn im September eröffnete sie ihren eigenen Laden in der Osterstraße – ganz nahe am Herzen der Innenstadt. „Emma und Paul“ heißt ihre Kinderboutique, die auf zwei Etagen Mode für Babys, Kinder und Jugendliche anbietet. „Ich habe schon immer neben dem Studium gearbeitet“, erzählt die 30-Jährige. Zuvor verdiente sie ihr Geld bei der Kindermoden-Kette „Kidi Kids“, die im Februar 2018 dicht machte, obwohl das Geschäft in Hannover gut lief.

Perey Ibrahim hat das Geschäft neu eingerichtet. Quelle: Michael Wallmüller

„Ich wollte das Geschäft hier in Hannover fortführen“, erklärt sie. Die Unternehmerin erarbeitete zusammen mit der Beratungsagentur „Erfolgspfad“ ein Business-Plan, für das sie schließlich einen Kredit bekam. „Es war sehr schwer, den Kredit zu bekommen. Man braucht bei den hohen Mieten in der Stadt ein richtig gutes Konzept“, erklärt sie. Nun arbeitet sie seit gut vier Monaten wieder in ihren alten Räumen. Dieses Mal aber nicht mehr als Angestellte, sondern als Chefin. „Klar ist das ein Risiko, aber bislang bereue ich nichts“, sagt Ibrahim. Ihr mache die Arbeit Spaß.

Gleichwohl habe sie aber auch schon schlaflose Nächte gehabt. Etwa als sie schon Waren eingekauft hatte, obwohl der Kredit noch nicht da war. Oder als sie das alte Geschäft in nur drei Wochen zusammen mit Freunden umbaute und herrichtete. „Das war nur wenig Zeit“, sagt sie. Jetzt begrüßen hellen Birkenstämme, an denen die Klamotten aufgehängt sind, die Kunden am Eingang.

Doch nicht nur das Ambiente müsse stimmen, auch die Beratung sei wichtig, um Erfolg zu haben. „Das ist das A und O. Hier gibt es zudem Marken, die es sonst in Hannover zu kaufen gibt“, erklärt Ibrahim. Sie hat das Glück, dass der neben Laufkundschaft zahlreiche Stammkunden von „Kidi Kids“ nun auch regelmäßig bei „Emma und Paul“ einkaufen. Auch eine Mitarbeiterin des alten Geschäftes hat sie übernommen. Künftig soll es mehr Unterstützung geben. Schließlich wartet ja auch noch ein Jura-Studium auf die 30-Jährige.

„Liv Concept Store“: Über Instagram zu den Kunden

Freie Tage kennt Franziska Stock nicht. Die 30-Jährige ist jeden Tag – von Montag bis Sonnabend – in ihrem etwa 34 Quadratmeter großen Laden „Liv Concept Store“ in der Knochenhauerstraße in der Altstadt. Dort verkauft die junge Unternehmerin seit mehr als einem Jahr Mode für Frauen, die sich bei ihr im Laden von Kopf bis Fuß einkleiden können. Auch eine Mutter-Kind-Kollektion hat sie entwickelt.

Franziska Stock macht auf Instagram Werbung für ihr Geschäft. Quelle: Michael Wallmüller

„Ich bin zufrieden“, sagt Stock. Immerhin könne sie inzwischen drei Aushilfen beschäftigen und das in einer Gegend, in der Laufkundschaft eher rar gesät ist. „90 Prozent meiner Kunden kommen über Instagram“, erklärt sie. Dort macht sie intensiv Werbung, arbeitet mit Bloggerinnen zusammen. Was diese auf den Fotos in den sozialen Netzwerken tragen, landet später auch in Stocks Sortiment. Großeinkäufe macht sie keine: „Ich kaufe fünf Pullover ein und wenn die weg sind, dann sind sie halt weg“, erklärt sie.

Stock hat zuvor Betriebswirtschaftslehre studiert und schon während des Studiums in der Modebranche gearbeitet. Bei RTL habe sie etwa Moderatoren ausgestattet. Dann sei der Wunsch gereift, sich wie die eigenen Eltern selbstständig zu machen. Ein Jahr arbeitete sie mit Hannover Impuls an ihrem Konzept, ehe sie ihren Kredit bekam und im November 2017 das Geschäfte in der Altstadt bezog. Seit Dezember hat sie nun sogar einen Online-Shop.

Doch nicht läuft immer alles glatt. „Einzelhandel ist nie ohne Risiko, man muss dafür kämpfen“, sagt Stock. Als im vergangenen Jahr wegen der Baustelle am Marstall kein Auto in die Knochenhauerstraße kam, habe sie schlaflose Nächte gehabt. „Da macht man sich schon Gedanken, wenn man den ganzen alleine in seinem Geschäft steht“, erzählt sie. Doch auch diese erste, schwierige Zeit hat sie überstanden.

In der Altstadt kommt nur selten Laufkundschaft vorbei. Quelle: Michael Wallmüller

Von Sascha Priesemann

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