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Meine Stadt Ecovillage: Klimafreundlich am Kronsberg wohnen
Hannover Meine Stadt Ecovillage: Klimafreundlich am Kronsberg wohnen
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13:15 07.06.2019
So sieht ein Tiny House aus. Quelle: Dreamwood
Hannover

Ein Traum wird langsam zur Realität und wie das nun mal so mit Träumen ist: Sie schmelzen hier und da etwas zusammen. Aber Hannover wird sein Ökodorf, auf neudeutsch Ecovillage, aller Voraussicht tatsächlich bekommen. Möglicherweise sogar mehrere.

Hannover - Ecovillage plant mit 393 Leuten ganztägig die Suffizenz-Siedlung am Kronsberg. - von links: Henrik Miebach - Dorothea Kurtz - Thomas Köhler - Daria Kistner - Martin Kittelmann. Quelle: Tim Schaarschmidt

Kronsberg ist aber gesetzt für das erste große Projekt – die ursprüngliche Idee, die Siedlung im Kleingartengebiet in Hainholz zu gründen, scheiterte bereits. Wenn die Verhandlungen mit der Stadt abgeschlossen sind, soll eine Genossenschaft gegründet werden und „dann müssen sich Menschen verbindlich melden und Genossenschaftsanteile zeichnen“, beschreibt Köhler die Situation. Ob die Genossenschaft dann die Wohnungen vermietet, ob dann eigene Tiny-Häuser auf von der Genossenschaft gepachteten Boden stehen, wird noch verhandelt. Die kleinen mobilen Häuser mit etwa 25 Quadratmeter Wohnfläche finden ja bereits heute Käufer und das sind beileibe nicht nur Hilfsorganisationen, die sie für Obdachlose bereitstellen. Thomas Köhler sagt: „Wir wollen vor allem sozialen Wohnungsbau machen.“ Aber auch hier würde der Quadratmeter noch sechs Euro kosten, deswegen werde es schwierig, die ursprüngliche Idee umzusetzen, Obdachlose ins Projekt zu holen. „Es gibt hohe Investitionssummen, umsonst wohnen kann man hier nicht“, macht Köhler klar.

Klimanotstand

Die Zeit spielt für die Macher vom Ecovillage, aber die Zeit läuft Klimaschützern auch davon. Einige Städte, unter ihnen die Landeshauptstadt Kiel, haben bereits den Klimanotstand ausgerufen. Das bedeutet, dass die Stadt jede künftige Handlung daraufhin überprüft, ob dem Klimawandel Rechnung getragen wird.

Heute wird ein entsprechender Antrag von Pirat Adam Wolf in den Umweltausschuss eingebracht, zivilgesellschaftliche Gruppen wie Ecovillage, Transition Town und Schüler der FridayforFuture-Bewegung unterstützen den Antrag. In Kiel hat der frühere Hanoveraner Ralf Boje den Klimanotstand mit initiiert, Mitte Mai beschloss die Ratsversammlung von Grünen, SPD und FDP tatsächlich, den Klimanotstand auszurufen. „Die Ampel hat den Beschluss gefasst, die Bekämpfung des Klimawandels sehr dringlich zu machen“, so Boje zur NP.

Kiel sei – wie Hannover auch – Klimaschutzkommune. Die sogenannten „Masterplankommunen" wollen bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 senken und den Endenergieverbrauch im gleichen Zeitraum halbieren. „Das heißt, es gibt den Beschluss, bis 2050 klimaneutral zu werden“, erklärt Boje. „Der Beschluss, den Klimanotstand auszurufen bedeutet, dass man dieses Ziel viel früher erreichen will. Unsere Initiative will, dass das bis 2035 erledigt ist, also 15 Jahre früher.“

Der Bürgermeister von Kiel habe die Verwaltung aufgerufen, einen Sofortmaßnahmekatalog dafür vorzulegen. Boje: „Es darf also nicht mehr in Projekte investiert werden, die mit Verbrennungsmotoren und Treibhausgasen zu tun haben.“ Dafür müssten die Politiker dann eben auch die Bürger mitnehmen, „wir helfen mit Infos, um die Leute aufzuklären“. Rein juristisch habe der Klimanotstand übrigens keine Relevanz.

Was aber macht das Leben im Ökodorf aus? „Die Leute können sich von Anfang bis Ende in den Prozess einbringen“, klar sei aber: „Ecovillage sagt aus, ich verzichte auf üppigen Wohnraum, teile mir viel mit anderen, um Ressourcen zu schonen, schaffe ökologische Kreisläufe. Ecovillage ist autofrei und setzt Öko-Standards, die dann hoffentlich auch irgendwann von der Stadt übernommen werden.“ Effizienz und Suffizienz, also Genügsamkeit, sollen verbunden werden, um Umwelt und Klima zu schonen und sich auch vom alltäglichen Konsumwahn zu befreien.

Von Petra Rückerl

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