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Meine Stadt Dürre-Frühling: Ausgetrocknete Felder und Waldbrandgefahr
Hannover Meine Stadt Dürre-Frühling: Ausgetrocknete Felder und Waldbrandgefahr
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18:45 24.04.2019
Knochentrocken: Die Äcker in der Region brauchen Wasser. Der Wind wirbel die trockene Erde auf. Quelle: dpa
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Hannover

Höchste Waldbrand-Gefahr in Niedersachsen, trockene Felder in der Region – und das schon im April. Droht wieder so ein Dürre-Sommer wie 2018? „Wir Landwirte machen uns noch mehr Sorgen als im vergangenen Jahr. Die Stimmung unter Bauern ist angespannt“, sagt Michel Droste (27), der einen landwirtschaftlichen Betrieb in Esperke hat. „Es ist jetzt schon trockener als vergangenen Sommer.“ Das Getreide und der Raps leidet: Die Farbe ist heller, die Blätter vertrocknen.

Warten auf den Regen

Der Meteorologe Dominik Jung (41) erklärt das so: Das Wasserdefizit vom vergangenen Jahr konnte im Winter nicht ausgeglichen werden. Das bedeutet, 2019 startet der Frühling schon trocken – während der Sommer 2018 noch vom Wasservorrat des Vorjahres zehren konnte.

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Der Winter war trocken, der Frühling bringt auch keinen Regen: Im April ist erst ein Viertel des Regens vom langjährigen Durchschnitt gefallen. Zwar sind für die nächsten Tage Schauer angesagt – das wird aber kein Landregen sein, den die Bauern jetzt bräuchten. „In manchen Orten wird Starkregen fallen, im Nachbarort wird gar nichts runterkommen“, so Jung.

Das Problem mit dem Wasser

Außerdem: Die Böden sind so trocken, dass sie Regen kaum aufnehmen können. Das Wasser fließt im schlimmsten Fall einfach in den Graben ab. Starkregen kann den Äckern sogar schaden: Der Boden drückt sich zusammen, es bildet sich eine Kruste und ihm wird Sauerstoff entzogen.

Die gemeldeten Schauer werden die Situation also nicht entspannen, „sie sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Jung. „Wir warten eigentlich schon seit Frühjahr 2018 auf richtigen Regen“, erzählt Droste. Die einzige Möglichkeit für viele Landwirte: ihre Äcker bewässern. Doch auch das wird wohl bald nicht mehr funktionieren. Aufgrund des niedrigen Grundwasser-Spiegels wird es voraussichtlich Einschränkungen in den Beregnungsmengen geben, so Droste.

Waldbrandgefahr – Appell an die Bevölkerung

Genauso trocken wie die Felder sind auch die Wälder. In manchen niedersächsischen Regionen herrscht höchste Waldbrand-Gefahr, auch in der Region Hannover ist die Gefahr hoch. „Für April ist das sehr ungewöhnlich“, so Jung.

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing (58) appelliert deshalb an die Menschen, vorsichtig beim Umgang mit Feuer zu sein: Raucher sollten Zigaretten nicht einfach wegschmeißen, außerdem sollte niemand Feuer im Gelände zünden. Grills sollten nur auf den dafür ausgewiesenen Flächen oder auf privaten Grundstücken angemacht werden. So könne das Risiko für einen Waldbrand eingedämmt werden.

Doch Mensing kann beruhigen: „In der Region Hannover sind keine schlimmen Waldbrände zu befürchten. Dafür ist unsere Ausbreitung von freiwilligen Feuerwehren zu flächendeckend.“

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Von Josina Kelz