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Meine Stadt Hannover: Drei Ideen gegen Einsamkeit im Alter
Hannover Meine Stadt Hannover: Drei Ideen gegen Einsamkeit im Alter
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19:44 17.05.2019
DIE SIEGERGRUPPE: Dezernentin Andrea Hanke (Mitte) überreicht die Urkunden. Quelle: Wallmüller
Hannover

Otto ist 68 Jahre alt, leidet unter fortgeschrittener Arthrose und wird bald im Rollstuhl sitzen. Sein Hobby, das Gärtnern, muss er spätestens dann aufgeben. Dabei ist es das einzige, was ihn noch am sozialen Leben teilnehmen lässt. Otto ist zwar eine fiktive Figur, doch sein Schicksal entspricht der Realität vieler alten Menschen.

Deshalb haben sich 54 Studierende in einer Mottowoche der „Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag“ (Linga) Beispielen wie diesen angenommen und Konzepte gegen Einsamkeit im Alter entwickelt. Das Gewinnerteam hat ein höhenverstellbares Hochbeet für Menschen wie Otto entworfen.

Kein nachbarschaftliches Miteinander mehr

„Gemeinsam statt einsam – soziale Teilhabe im Quartier“ hieß das Motto der zehnten Linga-Woche, die in diesem Jahr in der Region zu Gast war. „Wir müssen eine generationsfreundliche Brille aufsetzen“, appellierte Delia Balzer von Linga bei der Abschlussveranstaltung am Freitag im Regionshaus.

Denn viele Quartiere seien heute reine Wohngebiete, wo kein nachbarschaftliches Miteinander mehr stattfinde. „Ältere Bürger pflegen nach dem Ausscheiden aus dem Beruf nicht mehr ihre Kontakte, sind aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so mobil, die Kinder sind aus dem Haus. Das verursacht Einsamkeit“, so Balzer.

Der Siegerentwurf: Ein höhenverstellbares Hochbeet

Der Siegerentwurf: Ein höhenverstellbares Hochbeet in

So wie bei dem fiktiven Rentner Otto, für den die Siegergruppe ein höhenverstellbares Hochbeet entworfen hat, das es ermöglicht, auch im Rollstuhl zu gärtnern. „In einem Moment kann eine Person im Rollstuhl die Fläche bepflanzen und gleich danach kann ein Kind das Beet ohne großen Kraftaufwand einfach herunterkurbeln und die neuen Pflanzen gießen“, erklärte Heike Schwentke (24) aus dem Gewinnerteam. „Dadurch bietet es die Möglichkeit, verschiedene Generationen miteinander zu verbinden.“

Schwentke studiert Architektur in Buxtehude. Gemeinsam mit fünf Studierenden anderer Hochschulen und Studiengänge entwickelte sie das Hochbeet innerhalb von einer Woche. Für einige war die Teilnahme freiwillig, an manchen Hochschulen gilt das Linga-Projekt als Pflicht-Modul. Die drei besten Ideen wurden mit einem Preisgeld von je 3000 Euro ausgezeichnet.

Weitere Ideen gegen Einsamkeit im Alter

Das zweite Siegerteam entwickelte eine Initiative, die einsame Menschen beim Essen in Restaurants und Cafes zusammenbringen soll. Die Idee kam ihnen durch das Schicksal einer Dame namens Barbara, die die Studierenden bei einer Exkursion während der Projektwoche kennenlernten. Barbara ist Rentnerin und Witwe und möchte gerne mal wieder essen gehen – aber nicht alleine.

Die Drittplatzierten entwarfen ein Marketingkonzept, das abgekapselt lebende Senioren in ihrem Quartier zusammen bringen soll. Die Inspirationen zu den Ideen haben die Studierenden bei Exkursionen, Dialogen mit betroffenen Personen und Alterssimulationen gesammelt – zum Beispiel mit einer Brille, die einen grauen Star simuliert.

Für das Gewinnerteam gab es in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis: Das höhenverstellbare Hochbeet bekommt auf der Leitmesse Altenpflege 2020 in Hannover einen kostenlosen Stand. Voraussetzung: Bis dahin muss es einen salonfähigen Prototyp geben. Und wer weiß, vielleicht wird diese Geschäftsidee ja genauso erfolgreich wie der „Cux Strandkorb“ für alte Menschen, den Studierende in der Linga-Woche 2014 entwickelten und heute damit Geld verdienen.

Von Josina Kelz

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