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Meine Stadt Dieb lässt 3137 Tafeln Schokolade mitgehen – elf Monate auf Bewährung
Hannover Meine Stadt Dieb lässt 3137 Tafeln Schokolade mitgehen – elf Monate auf Bewährung
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17:11 08.05.2019
Wollten zu viel: Schokoladendieb Radoslaw D. (2. von links) und seine Ex-Freundin Justyna V. (4. von links) vorm Amtsgericht Hannover. Quelle: Marx
Hannover

 Der durchschnittliche Deutsche isst etwa 110 Tafeln Schokolade im Jahr. Das ist im europäischen Vergleich übrigens der Spitzenwert. Doch wofür braucht ein Mensch mehr als 3100 Packungen der süßen, braunen Versuchung? Um diese Frage ging es am Mittwoch im Amtsgericht Hannover. Denn hier war Radoslaw D. (39) angeklagt. Bei dem mutmaßlichen Schokoladenliebhaber hatten Polizisten 3137 Tafeln gefunden.

Eine Vorliebe für Discount-Schokolade

Am 22. Februar 2017 stießen die Beamten auf den Süßigkeitenvorrat, den Radoslaw D. in der Garage seiner damaligen Freundin und Mitangeklagten Justyna V. (32) versteckt hatte. Darunter waren 57 Tafeln der Lidl-Marke „J.D. Gross“ sowie 3080 Tafel der Aldi-Eigenmarke Chateau, die der Angeklagte in den Monaten zuvor nach und nach aus den Discountern entwendet haben musste.

Der 39-Jährige war auch umgehend geständig. Womöglich auch, da er zu dem Zeitpunkt bereits unter starkem Alkoholeinfluss stand – auf sein Bitten hin erlaubten die Polizisten dem Alkoholabhängigen, eine weitere Flasche Whiskey zu leeren. Sein Anwalt verspricht: „Er wird einen Entzug machen.“

Was macht man mit 3137 Tafeln Schokolade?

Doch was hatte er mit der Lkw-Ladung Schokolade überhaupt vor? Laut eigener Aussage hatte der gebürtige Pole die Idee zum Feinherb-Diebstahl von einem Bekannten aus Rumänien. „Der hat ihm auch gezeigt, wie es geht“, sagt der Anwalt von Radoslaw D. Der Rumäne hätte die Süßwaren in Polen verkauft.

Doch dann verschwand der Schoko-Experte auf einmal – und Radoslaw D. hatte ein Problem. Wohin mit der ganzen Tafeln? Einen Hehlermarkt für Süßigkeiten gibt es wohl nicht. Denn Richter Koray Freudenberg unterstreicht und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Dass Schokolade im Bordell als Give-Away verteilt wird, haben wir noch nicht gehört.“

Elf Monate Bewährung für Radoslaw D.

Also blieb Radoslaw D. auf seiner Schokolade sitzen – und wurde kurze Zeit später von der Polizei erwischt. Amtsrichter Freudenberg verurteilte ihn schließlich zu einer elfmonatigen Gefängnisstrafe, noch auf Bewährung – auch weil D. bereits elf Mal vorbestraft war, vor allem wegen Trunkenheit am Steuer und Diebstahls. Bislang war es dabei allerdings bei Geldstrafen geblieben.

Deswegen betonte der Richter auch noch einmal: „Jetzt merken Sie mal so langsam, dass die Einschläge näher kommen.“ Der Hartz IV-Empfänger versprach, einen Entzug zu machen und sich Arbeit zu suchen. Seine Ex-Freundin Justyna V. kam unterdessen mit einer Geldstrafe wegen Begünstigung und Diebstahls in einem Baumarkt davon.

Von Janik Marx

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