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Meine Stadt „Die Partei“ ehrt Lars Kelich – doch der kommt nicht zur Preisverleihung
Hannover Meine Stadt „Die Partei“ ehrt Lars Kelich – doch der kommt nicht zur Preisverleihung
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14:42 27.01.2019
Anstoßen auf das neue Jahr: Julian Klippert (li), Fraktionschef von „Die Partei“, feiert mit seinen Parteikollegen den Neujahrsempfang.
Anstoßen auf das neue Jahr: Julian Klippert (li), Fraktionschef von „Die Partei“, feiert mit seinen Parteikollegen den Neujahrsempfang. Quelle: Christian Behrens
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Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet Lars Kelich, Ratsmitglied der SPD, war der Star des Neujahrsempfangs der Partei „Die Partei“ am Sonnabend. Er wurde applaudierend gefeiert und bekam einen Preis verliehen – auch wenn er gar nicht im Theater am Küchengarten war. Dort hatte die Veranstaltung der Satire-Partei stattgefunden.

„Wir haben eigentlich alle Ratsmitglieder eingeladen – die hatten aber alle sehr wichtige Termine heute Abend“, sagte der Partei-Fraktionschef Julian Klippert (31). Doch auch wenn der Mann des Abends, Lars Kelich, nicht da war – Harald Härke, suspendierter Kulturdezernent, war es. „Er scheint mit uns zu sympathisieren und ist ein gern gesehener Gast“, kommentiere Klippert Härkes Kommen. Außerdem unter den Gästen: Michael Dette, der stellvertretende Regionspräsident.

Der lustigste Ratspolitiker des Jahres

Doch zurück zum „besten Ratspolitiker des Jahres“ und „besten baupolitischen Sprecher aller Zeiten“, wie ihn die Partei nennt: Lars Kelich. Er bekam den Satire-Award – in Form einer „Facepalm“. Das ist ein Ausdruck aus dem Internetjargon für eine Hand, die voller Fremdscham vor die Augen gehalten wird. Womit Kelich diese Auszeichnung verdient hatte? Kelich sei ein Meister der Realsatire. „Im Baudezernat läuft gar nichts – und er betont immer wieder, wie perfekt alles sei“, so Klippert.

Der Satire-Award ist ein Preis für politische Gegner. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal verliehen. „Mal sehen, ob es ihn ein zweites Mal geben wird. Das hängt ganz davon ab, wie Kelich reagiert, wenn wir ihm die Trophäe bei der nächsten Ratssitzung übergeben.“ Ob er den Preis annehmen wird?

Ein satirischer Jahresrückblick

In satirischer Stimmung: Julian Klippert blickt auf der Jahr der Satire-Partei „Die Partei“ zurück. Quelle: Christian Behrens

Doch die Verleihung des Satire-Awards an den nicht anwesenden Kelich sollte nicht das einzige Highlight des Abends bleiben: Unter anderem präsentierte Klippert einen Jahresrückblick. Eine Erinnerung an den ersten Antrag der Partei im Jahr 2018: das Schützenfest sollte verboten werden. Denn „zu Zeiten von Übergewicht als Volkskrankheit und einem übersteigerten Sicherheitswunsch innerhalb der Bevölkerung darf es keine Förderung eines Festes geben, welches Völlerei und Trunksucht feiert und von bewaffneten Trachtenvereinen skandiert wird.“ Und der größte Partei-Erfolg des Jahres: Hannover wurde auf Antrag der Partei zur Hansestadt erklärt. Außerdem spielte Klippert ein Propagandavideo ab. Darin forderten weibliche Parteimitglieder unter anderem „die Pille danach“ für alle und eine Männerquote in Sackgassen-Berufen.

Die Besucher fanden es zum Brüllen komisch. Am lautesten lachte ein Mann mit schwarz lackierten Fingernägeln, der auf der Treppe zu den Toilettenräumen saß. Klippert kommentierte das, gewohnt sarkastisch, mit den Worten: „Das lachen nur, weil die Presse da ist. Ich hab denen vorher gesagt, dass sie so tun sollen, als sei das alles ganz toll, was ich hier erzähle.“ Denn eigentlich waren alle nur für den Sekt da. So stand es zumindest auf den Ansteck-Knöpfen, die jeder beim Eintritt in die Keller-Bar des Theaters bekommen hatte.

Von Josina Kelz