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Hannover Meine Stadt Die Millionen sind plötzlich weg
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18:43 14.06.2018
TEUER: Die Rekultivierung der Aha-Deponien wie der „Monte Müllo“ in Lahe geht in die Millionen.
TEUER: Die Rekultivierung der Aha-Deponien wie der „Monte Müllo“ in Lahe geht in die Millionen. Quelle: Foto: Eberstein
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Am Ende steht zwar ein Überschuss von rund 2,8 Millionen Euro, trotzdem sah Thomas Schwarz, Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha, alles andere als zufrieden aus, als er am Donnerstag die Bilanzzahlen für 2017 im Ausschuss für Abfallwirtschaft der Region vorstellte.

„Wir haben im Gebührenhaushalt mit knapp zehn Millionen Euro Überschuss gerechnet“, sagte Schwarz. Dies auch deshalb, weil das Unternehmen ab 2017 die Abfallgebühren erhöht hatte. Doch hohe Personalkosten und eine höherere Rückstellung für die Nachbereitung der drei Deponien in Lahe, Wunstorf-Kolenfeld und Burgdorf hätten den prognostizierten Überschuss von knapp zehn Millionen Euro reduziert.

Rund 2,2 Millionen Euro mehr als geplant hat Aha beim Personal ausgeben müssen durch zusätzlichen Service. 50 Mitarbeiter seien allein damit beschäftigt gewesen, für Kunden deren Umbestellungen ihres Müllvolumes haben abzuwickeln.

„Dieser Service wird stark in Anspruch genommen, wir sollten ihn deshalb behalten“, so Schwarz. Als Problem bezeichnete er die Rückstellungen für die drei Deponien. Durch Niedrigzinsen habe man rund fünf Millionen Euro mehr bereitstellen müssen als angenommen. „Investieren wir in die Gegenwart oder in die Zukunft? Diese Frage müssen wir politisch lösen“, sagte Thomas Schwarz nach der Sitzung.

Laut einer Hochrechnung eines Gutachters muss Aha bis 2071 rund 583 Millionen Euro für die Nachsorgung der drei Deponien bereit stellen, etwa für eine Entgasungsanlage. In bereits fünf Jahren fallen zum Beispiel für die Abdeckung der Deponie in Burgdorf 18 Millionen Euro an. „Wir müssen wohl einen Mittelweg finden zwischen Gegenwart und Zukunft, wie wir investieren wollen“, so der Aha-Chef.

Von Andreas Voigt