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Meine Stadt Der Leichenfund von Höver und die Suche nach Antworten
Hannover Meine Stadt Der Leichenfund von Höver und die Suche nach Antworten
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09:04 30.05.2018
Fundort: Hier wurde die Leiche von einem Radfahrer am Sonntag entdeckt. Quelle: Behrens
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Höver

Die Spurensicherung hat ihre Arbeit erledigt. Am Fundort der circa 30-jährigen Frau, die Sonntag von einem Radfahrer entdeckt wurde, deutet nicht mehr viel auf ein Gewaltverbrechen hin. Das wurde aber ohnehin woanders verübt. Wo, von wem, warum und wann ge­nau – all diese Fragen sind jedoch auch zwei Tage nach dem Fund völlig offen.

Mutmaßungen über Herkunft aus Rotlichtmilieu

„Wir haben keinerlei neue Erkenntnisse mitzuteilen“, gab sich die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek, am Dienstag wortkarg. Auch Medienberichte, wonach die Frau aus dem Hildesheimer Rotlichtmilieu kommen soll, wurden nicht kommentiert. Eine Mordkommission stehe noch immer nicht, sei aber nach wie vor geplant.

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In Höver selbst ist mittlerweile wieder Ruhe eingekehrt. Verirrten sich am Montag noch hin und wieder neugierige Menschen an die Fundstelle der Leiche, war am Dienstag kein Mensch auf dem Radweg unterhalb der B 65 zu sehen. Ruhig ist es hier nicht. Autos und Lastwagen donnern nur wenige Me­ter entfernt über die Schnellstraße. Lediglich an dem plattgetretenen Gras ist zu erkennen, wo die Leiche ungefähr gelegen haben muss, die der 80-jährige Ernst W. am Sonntag dort fand.

Nachricht über Fund erreichte die Höveraner beim Schützenfest

Am Dienstag hatte der Senior Besuch von der Kripo, als die NP versuchte, mit ihm zu sprechen. Die Beamten hätten ihn gebeten, nicht mit der Presse zu reden. Das würde die Ermittlungen behindern, sagte er. Die Nachricht hatte die Menschen in Höver am Sonntag während des Schützenfests schockiert. „Die Stimmung war dann schon gedrückt. Es war alles ein bisschen gedämpfter“, gab Schützin Carola Sohrada zu.

Auch Hans-Jürgen Glumm ist noch immer geschockt: „Das beschäftigt einen schon sehr“, sagt er. Bei Pastor Johann Christophers hat sich aber bislang noch kein Einwohner gemeldet, den die Nachricht über den Leichenfund beschäftigt. „Die Menschen rechnen heutzutage damit, dass so was passieren kann“, meint er.

Wem gehört ein verlassenes Auto?

Die Spurensuche geht unterdessen weiter – und auch die Bürger in Höver schauen jetzt genauer hin. So hatte die Lebensgefährtin von Glumm nach dem Fund die Polizei informiert, weil vor einem Blumengroßmarkt seit zwei Wochen ein Auto stehe. Auch am Dienstag war der dunkle Opel noch dort. Ob der Halter etwas mit dem mysteriösen Tod zu tun hat, ist unklar – wie ohnehin so vieles.

Von Timo Gilgen