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Meine Stadt Ärger über Fahrradfahrer: Der Blackout des Mercedes-Fahrers
Hannover Meine Stadt Ärger über Fahrradfahrer: Der Blackout des Mercedes-Fahrers
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18:29 05.11.2019
Vor Gericht: Erwin S. wurde lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: Dröse
HANNOVER

Für sein Verhalten hat Erwin S. (67) auch heute noch keine Erklärung. Bis zum 15. Februar 2019 führte der Rentner ein untadeliges Leben. Um genau zu sein: bis 7.35 Uhr. Da befuhr der Mercedes-Fahrer die Plathnerstraße (Bult). Er ärgerte sich über einen Radfahrer, der auf der Straße fuhr. Erwin S. hupte und gab dann Gas. Beim Überholen drückte er den Radler gegen ein parkendes Auto und entfernte sich vom Unfallort.

Dafür wurde der Angeklagte am Dienstag im Amtsgericht Hannover zu 3500 Euro Geldstrafe (70 Tagessätze) und zwölf Monate Fahrverbot verurteilt. Ein gnädiges Urteil. Denn Richterin Elisabeth Hansen-Kohlmorgen verurteilte Erwin S. lediglich wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht. Angeklagt war gefährliche Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht.

„Action-Cam“ filmte den Unfall

„Mit tut das alles sehr leid. Ich hatte einen totalen Blackout und richtig Ärger in der Familie“, gestand der Rentner. Er habe in fast 50 Jahren noch nie einen Unfall verschuldet. Er habe beim Überholen des Pedelecs-Fahrers die Situation falsch eingeschätzt. „Ich war der Meinung, ich war an ihm vorbei.“

Nun hatte der Radfahrer eine „Action-Cam“ am Lenker. So wurde der Unfall gefilmt. Es ist deutlich zu sehen, wie der Autofahrer beim Überholen einen Schlenker nach rechts macht und den Radfahrer mir der hinteren Autotür touchiert. Das Opfer (46) nutzte zu Recht die Straße, der Radweg in der Plathnerstraße ist für Radler keine Pflicht.

Unfall hätte tödlich enden können

Die Richterin meinte dazu im Urteil: „Man kann annehmen, dass der Angeklagte sein Auto als Werkzeug eingesetzt hat. Aber ich kann keinen Schädigungsvorsatz erkennen.“ Das sei laut Bundesgerichtshof die Voraussetzung für eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung und gefährlicher Körperverletzung. Sie sagte aber auch, dass der Unfall hätte tödlich enden können. Das Opfer trug ein paar Prellungen und Hautabschürfungen davon, war zwei Tage lang arbeitsunfähig.

Glaubt man Erwin S., dann war ihm das Ganze eine Lehre. Als er auf dem Rückweg wieder an der Unfallstelle vorbei kam, sah er den Krankenwagen. „Da blieb mir die Luft weg“, sagte er. Als ihn zuhause die Polizei empfing, sei er erleichtert gewesen. Ein Zeuge (49) hatte den Unfall beobachtet und sich das Kennzeichen gemerkt. Der Finanzbuchhalter sagte nach neun Monaten mühelos im Gerichtssaal das Kennzeichen des Mercedes´auf.

Von Thomas Nagel

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