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Meine Stadt Hannover: Bankangestellte ziehen durch die Innenstadt
Hannover Meine Stadt Hannover: Bankangestellte ziehen durch die Innenstadt
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17:08 14.05.2019
Banker-Demo in der City: Angestellte streiken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Hunderte Bankangestellte haben sich am Dienstag an einem Warnstreik in Hannover beteiligt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi zogen rund 500 Teilnehmer mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Stadt, die Polizei sprach von „etwas mehr als 400“ Demonstranten. Unter ihnen waren Angestellte der Commerzbank, der N-Bank, der ING, der LBS-Nord sowie der Nord/LB. Drei Commerzbank-Filialen in der Region mussten deswegen schließen.

Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

Landesfachbereichsleiter Jörg Reinbrecht brachte den Frust der Streikenden bei der Auftaktkundgebung vor der Nord/LB zum Ausdruck: „Auch in der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber sich nicht merklich bewegt.“ Er spricht gar von einer „Blockadehaltung.“ Seit Jahren gebe es einen absoluten Stillstand bei den Tariferhöhungen.

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Gefordert werden sechs Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung des Ausbildungsgehaltes um 100 Euro sowie sechs bezahlte Entlastungstage. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite liegt bei einer Erhöhung von einem Prozent. „Es muss mehr als der Inflationsausgleich dabei rumkommen“, sagt Verdi -Landesleiter Detlef Ahting.

Ohne Einigung drohen bundesweite Streiks

Neben den Gehaltserhöhungen gehe es den Arbeitnehmern außerdem um bessere Arbeitsbedingungen, so Ahting. Vor allem die Angestellten der Nord/LB bangen in Folge der Fusion mit der früheren Bremer Landesbank um ihre Arbeitsplätze. „Wir brauchen eine Zukunftssicherung“, macht Ahting deutlich. Genau darum macht sich auch Sandra Tomaske Sorgen. Sie ist seit 35 Jahren bei der Nord/LB angestellt. „Es muss eine Sicherheit geben, sowohl für die Beschäftigten, als auch für die ausgegliederten Beschäftigten und diejenigen, die gehen sollen.“

Parallel zu der Demo in Hannover fanden auch Veranstaltungen in Bremen und Braunschweig statt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. Mai angesetzt. „Ich hoffe, dass die Streiks dazu führen, dass der Arbeitgeber ein deutlich verbessertes Angebot vorlegt, sicher bin ich mir da aber nicht“, sagt Reinbrecht. Bereits jetzt kündigt er weitere Streiks an – auch bundesweit.

Kaufhof-Karstadt-Mitarbeiter streiken ebenfalls

Neben den Bankangestellten haben auch etwa 100 Mitarbeiter der Galeria-Kaufhof-Karstadt-Filiale am Ernst-August-Platz gestreikt. Nach NP-Informationen handelte es sich dabei um eine spontane Aktion, zu der Verdi aufgerufen hatte. „Am Ende einer laufenden Betriebsversammlung haben sich die Mitarbeiter zu dem Streik entschieden“, so Reinbrecht. Nach Angaben von Verdi blieb die Filiale kurzzeitig geschlossen.

Von Cecelia Spohn