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Meine Stadt Das waren die ungewöhnlichsten Kreationen beim Bierfest
Hannover Meine Stadt Das waren die ungewöhnlichsten Kreationen beim Bierfest
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11:39 12.06.2019
Marie Rast zapft Bier beim Hannovers Bierfest an der Marktkirche. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Wenn David Mendoza von Picando das mexikanische Mix-Getränk Chelada zubereitet, dann traut man manchmal seinen Augen nicht. Spätestens als er einen Esslöffel Maggi hineinkippt, ist klar, dass dieses Bier anders schmecken wird als alles andere beim Bierfest an der Marktkirche. „Das ist besonders scharf und würzig“, sagt Mendoza. Denn natürlich kommt auch noch Chili in den Mini-Cocktail aus klassischem mexikanischen Bier, Limette und Salz.

Beim Hannoverschen Bierfest gab teils sehr ungewöhnliche Biersorten. Quelle: Moritz Frankenberg

So ist es kein Wunder, dass diese Mixtur mehr nach Gewürzen als nach Hopfen und Malz schmeckt. Der ein oder andere klassische Bier-Fan wird das mindestens als gewöhnungsbedürftig ansehen. Matthew Greenwood (61) gefällt es. „Das Bier schmeckt gut. Die Limette und die Gewürze kommen durch“, sagt er mit britischem Akzent.

Bier wie vom Papst gesegnet

Beim Stand der Neuzeller Klosterbrauerei ist insbesondere der Name eines Bieres vielversprechend. Es heißt „Mord und Totschlag“. Warum? „Wegen des Alkoholgehalts von 7,2 Promille“, stellt Melanie Schmidt (42) klar. Ansonsten muss man allerdings nicht um sein Leben fürchten, wenn man es sich einschenkt: Es ist ein starkes Schwarzbier mit einer Kaffeenote.

Melanie Schmidt von der Neuzeller Klosterbrauerei. Quelle: Frank Wilde

Und die Brauerei aus dem Spreewald in Brandenburg schenkt noch ein weiteres interessantes Bier aus. Den „Schwarzen Abt“ hat sogar Papst Franziskus höchstpersönlich gesegnet, berichtet Schmidt.

Der Waldboden im Bierglas

Dunkel ist auch das Bier „Sauparkrüpel“ der 405er-Braurerei. Die Craft-Beer-Spezialisten aus Springe sind sehr heimatverbunden. Deshalb hat sich die kleine Brauerei nicht nur nach der Höhe des Deisters benannt, sondern auch ein Bier entwickelt, dass so schmecken soll wie die Erde am Fuße des Höhenzugs.

Dennis Schulte schenkt einen Sauparkrüpel ein. Quelle: Frank Wilde

„Die Springer werden von Außenstehenden gerne als Sauparkrüpel bezeichnet“, erklärt Dennis Schulte (41) den ungewöhnlichen Namen des Biers. Es enthalte viele Röst-Aromen, die dem Getränk eine einzigartige Note geben sollen. Und tatsächlich – es schmeckt nach Wald.

Lebkuchen-Bier als Alternative zum Glühwein

Das Lebkuchen-Bier „Oma Lene“ der Craft-Bier-Entwickler von Mashsee trifft es ebenfalls auf den Punkt. Die fruchtige und würzige Kreationen erinnert an das Weihnachtsgebäck. Eine Alternative zum Glühwein? „Das wird nicht nur um Weihnachten bei uns bestellt, sondern auch im Hochsommer wie hier beim Bierfest“, sagt Kolja Gigla (36).

Kolja Gigla zeigt die Bierkreationen von Mashsee. Quelle: Frank Wilde

Das Bier ist aus der Kooperation zwischen den hannoverschen Lebkuchen-Machern „Oma Lene“ und der Mashsee-Brauerei entstanden. „Das war sehr interessant. Wir haben sehr viel über Lebkuchen gelernt“, sagt Gigla. Dem Reinheitsgebot entspreche es wegen einiger Zusatzstoffe allerdings nicht. Dafür hat sich die Brauerei eine Sondergenehmigung geholt.

Der Broyhan als Ursprung der Brauerei-Gilde

Ein anderes Getränk mundet eher nach einer Kräuter-Limo mit Weißwein und nicht nach einem Bier. Dabei ist es das Bier, das Hannover im Mittelalter als Brauerei-Stadt europaweit bekannt gemacht haben soll. Es handelt sich um den Broyhan, den unter anderem die Hofbrauerei das „Große Freie“ aus Rethmar produziert. „Das Bier war schon mehr als 200 Jahre nicht mehr auf dem Markt. Wir mussten erst einmal zwei Jahre forschen, um herauszufinden, wie es geschmeckt hat“, sagt Matthias Digwa.

Bei der Hofbrauerei das „Große Freie“ wird der Broyhan gezapft. Quelle: Frank Wilde

Früher seien die Biere vor allem sauer gewesen. Das Broyhan habe eine indes süß-saure Note und schmecke auch noch nach einem Jahr frisch. „So konnte es in alle Welt exportiert werden“, erklärt Digwa.

Welcher Broyhan trifft es am besten?

Doch mit ihrem Broyhan ist das „Große Freie“ nicht alleine: Zu den 33 Sorten, die der Verein „Hobbybrauer Hannover“ beim Bierfest ausschenkt, gehört ebenfalls eine Variante des Weißbiers. „Unser Brauer ist dafür sogar in Stadtarchiv gegangen“, berichtet Gero Kleindienst. Der Broyhan der Hobbybrauer enthält mehr Alkohol als die Kreation aus Rethmar.

Welches Broyhan nun dem historischen Original näher kommt, darüber diskutieren gerade die Gelehrten der hiesigen Craft-Bier-Szene. „Niemand weiß es, ein Rezept gibt es ja nicht mehr“, sagt Kleindienst.

Von Sascha Priesemann

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