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Meine Stadt Opernball: Hannover tanzt durch die Zwanziger
Hannover Meine Stadt Opernball: Hannover tanzt durch die Zwanziger
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22:52 01.03.2019
Der Opernball steht ganz im Zeichen der Zwanziger Jahre.
Der Opernball steht ganz im Zeichen der Zwanziger Jahre. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Das sind Nächte, in denen man wunschlos glücklich sein kann: Am Freitagabend entführt Hannovers glamouröser Opernball in die „Roaring Twenties“. Ein bisschen „Berlin Babylon“ für 2200 animierte Ballgäste. Am Sonnabend geht Hannovers gesellschaftliches Highlight in die Fortsetzung.

Der Opernball in Hannover 2019

Toller Film von Thilo Nass zur Einstimmung, der Streifen zeigt Charlie Chaplin, Buster Keaton und, nun ja, Fritz Haarmann, und vor allem ganz viel „Metropolis“, Bubikopf und Charleston-Kleider. „Mit den Zwanzigern feiern wir auch ein Jahrzehnt der starken Frau“, so Opernintendant Michael Klügl.

Die weitere Eröffnungsshow ist bemerkenswert und komplett auf das Motto abgestimmt. Mit Schlagern aus den Zwanziger Jahren – wenn da Daniel Preis schmachtet „Küss mich Schnucki-Putzi“, Stella Motina den „Black Bottom“ rockt oder Marlene Gaßner den Friedrich-Hollaender-Hit „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ bringt – begleitet vom Staatsorchester in einem riesigen Pailletten-Ambiente und übersichtlich geleitet von Valtteri Rauhalami.

Baker ist gigantischer Blickfang

Ein Wunsch zumindest wird im Laves-Foyer geweckt, vielleicht nach einem Tanz mit Josephine Baker. Die schwarze Göttin mit dem Bananen-Röckchen umfasst die komplette Breite und Höhe und ist ein gigantischer Blickfang.

Opernball 2019 in Hannover

Überhaupt ist alles komplett auf die Zeit abgestimmt (Konzept: Anja-Katharina Lütgens). Das zeichnet diesen Opernball in jedem Jahr und auf gleichbleibend hohem Niveau aus, hier taucht man dank der überaus detailfreudigen Deko in eine andere Welt ein.

Einen Moment reich fühlen

Da ist auf der linken Seitenbühne das „Lichtspielhaus“ im Stil von „Dr. Caligari“ ausgestattet, das Gegenstück rechts neben dem „Central Tanz Palast“ wird von einem gewaltigen Otto-Dix-Bild beherrscht. Und dazu kommt dann noch alles Gute aus den Zwanzigern mit einer „Dada-Bar“ voller verrückter Collagen – auch das „Atelier Kandinsky“ und das „Bauhaus“ fehlen nicht.

Und wer sie findet, darf sich für einen Moment richtig reich fühlen: Die kleine „Scheinbar“ fährt schubkarrenweise Banknoten auf – in Erinnerung an die unselige Inflation mit ihren Millionenziffern.

Traditionell wertig ist dagegen der Auftritt der De­bü­tantinnen und Debütanten – von der Tanzschule Bothe exakt ab- und eingestimmt: Die Hundertschaft wird heftig beklatscht, als sie zum Einzugsmarsch „Der Zauber von Montur“ die Tanzfläche erobert. Opernintendant Michael Klügl (64) startet schon ganz zu den milden Temperaturen draußen passend mit dem berühmten „Frühlingsstimmen“-Walzer das Tanzvergnügen.

Wie man richtig gut tanzt, das zeigen dann die Profis vom Ballett der Staatsoper bei ihrem „Flappers Delight“. Ansonsten: Walzer, Walzer, Walzer, klar, das gibt erst einmal den Takt vor. Der dann aber, wir sind ja schließlich in einer swingenden Zeit, um Mitternacht vom Pasadena Roof Orchestra angepasst wird.

Opernball-Karaoke bei „Die Dame“

So richtig „roaring“ gehts dann eher im Etablissement „Die Dame“ zu – hier steigt die Opernball-Karaoke. Und da die Zwanziger Jahre auch in alkoholischer Hinsicht als verrucht gelten, hat der Caterer einen besonderen Absinth-Cocktail auf der Getränkekarte. Den zusammen mit Champagner genossen, da traut sich jeder eine Runde Charleston zu.

Und wer dann zuviel davon intus hat: Die Audi-Flotte bringt auch diesmal wieder jeden Ballgast zu später Stunde zuverlässig aus den Goldenen Zwanzigern zurück in die Gegenwart.

Der Opernball in Zahlen

2200 gut gestimmte Ballgäste feiern an zwei Abenden.

70 000 weiße Orchideenblüten von Blumen Duda schmücken den Ballsaal.

300 Flaschen Champagner und 600 Flaschen Sekt stehen bereit.

18 Bars werden von 110 Catering-Mitarbeitern und 15 Köchen betreut.

22 Meter breit und acht Meter hoch ist die gigantische Josephine Baker.

36 Flaschen Gin und zwölf Flaschen Absinth für die Freunde harter Getränke.

2000 Tassen Kaffen für den Morgen danach.

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Von Henning Queren