Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Neue Kontrollen: Wartezeiten am Amtsgericht Hannover
Hannover Meine Stadt Neue Kontrollen: Wartezeiten am Amtsgericht Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:36 14.02.2019
NOCH IN DER TESTPHASE: Das neue Einlasskonzept sorgte am Mittwoch im Amtsgericht für lange Wartezeiten. Quelle: Foto: Wilde
HANNOVER

Wer am Mittwoch den Weg ins Amtsgericht Hannover suchte, musste Geduld mitbringen. Es bildeten sich lange Schlangen am Eingang. „Das war das erste Mal, dass wir das neue Eingangskonzept getestet haben“, sagte Gerichtssprecherin Catharina Erps. Das neue Konzept: Wer ins Amtsgericht geht, wird wie am Flughafen auf Herz und Nieren durchsucht. Wer nur etwas abgeben will, kommt gar nicht ins Gericht. Sondern muss die Dokumente am Servicepoint abgeben. Personal und Anwälte können ungehindert den Eingang passieren.

„Schlimmer als bei der Bahn“

Das alles hat am Mittwoch jedoch noch überhaupt nicht geklappt. Eine Zeugin meinte entnervt: „Das ist ja schlimmer als bei der Bahn.“ Amtsrichterin Wiebke Gratz musste eine halbe Stunde auf zwei Angeklagte warten. Die beiden standen in der Schlange am Eingang des Amtsgerichts.

„Ich kann auch nicht sagen, warum es heute so lange gedauert hat“, sagte die Gerichtssprecherin. Schließlich seien Vollkontrollen üblich. Man befinde sich noch in der Testphase.

Justizministerin Barbara Havliza (CDU) zeichnet für das Sicherheitskonzept der täglichen Einlasskontrollen verantwortlich. Die frühere Richterin hat das Konzept aus Nordrhein-Westfalen mitgebracht. Bislang fanden im Amtsgericht Hannover Vollkontrollen lediglich stichprobenartig in unregelmäßigen Abständen statt.

Gesucht wird nach Waffen

Sie sollen verhindern, dass Zeugen oder Angeklagte Waffen mitbringen. Täglich kommen bis zu 3000 Menschen ins Amtsgericht Hannover. Künftig werden sie und ihr Gepäck in einer Scanner-Straße durchsucht. Piept dennoch der Detektor-Rahmen, erfolgt eine Leibesvisitation.

Für diese aufwändige Kontrolle ist Personal nötig. So sind fünf Wachtmeister an der Scanner-Straße im Einsatz. „Wir sollen deshalb auch mehr Personal bekommen“, sagt Gerichtssprecherin Erps. Aus einer Anfrage des rechtspolitischen Sprechers der FDP-Landtagsfraktion, Marco Genthe, geht hervor, dass landesweit rund 200 Wachtmeister zusätzlich für das neue Sicherheitskonzept benötigt werden. Denn tägliche Vollkontrollen im Sinne der Ministerin sind in Niedersachsen eher Ausnahme als Regel.

Wann im Amtsgericht Hannover die neuen Sicherheitskontrollen greifen, steht noch nicht fest. Catharina Erps: „Es wird einen offiziellen Eröffnungstermin mit der Ministerin geben.“

Von Thomas Nagel