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Meine Stadt Das ist das schärfste Zeug auf dem „Chili- und Barbecue-Festival“
Hannover Meine Stadt Das ist das schärfste Zeug auf dem „Chili- und Barbecue-Festival“
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13:30 09.06.2019
Felix Eichholtz vom Pfefferhaus präsentiert die „Carolina Reaper“, die schärfste Chili-Sorte der Welt. Quelle: Priesemann
Hannover

Selbst unter den hartgesottenen Gästen des „Chili- und Barbecue-Festivals“ im Fössebad löst der Name „Carolina Reaper“ eine gewisse Furcht aus. Als Felix Eichholtz (40) vom Organisatoren-Team des Pfefferhauses einem Besucher ein paar Früchte der Chili-Sorten anbieten möchte, muss der kurz schlucken. „Kein Interesse“, sagt er dann und weicht lachend aus, als hätte ihn Eichholtz gerade angeboten, mit der bloßen Hand in glühende Kohlen zu fassen.

Der Sensenmann aus Carolina

„Super hot“ – die „Carolina Reaper“ ist die schärfste Chili-Sorte. Quelle: Priesemann

Der Respekt vor dieser Pflanze aus Trinidad kommt nicht von ungefähr. Denn nicht umsonst heißt sie ins Deutsche übersetzt der „Sensenmann aus Carolina“. „Das ist die schärfste Chili-Sorte der Welt“, sagt Eichholtz. Auf der Scoville-Skala zur Abschätzung der Schärfe von Früchten und Saucen erreiche die „Carolina Reaper“ einen Wert von zwei Millionen. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Jalapeño kommt in diesem Ranking gerade einmal auf einen Wert zwischen 2.500 und 8.000.

Die rote „Carolina Reaper“ unterscheidet sich äußerlich deutlich von den glattgebügelten Chilis, die man sonst so kennt. Sie sieht ein wenig verschrumpelt aus und hat eine Art Fortsatz, der an den Stachel eines Skorpions erinnert. „Je mehr Ecken sie hat, desto schärfer ist sie“, erklärt Lisbeth van Juden am Stand von Westlandpeppers aus den Niederlanden.

„Das bedeutet Qual, Schmerzen und Hitze“

Pat (26) vom Pfefferhaus zeigt das Püree des „Trinidad Skorpion“. Quelle: Priesemann

Eichholtz geht weiter zum Stand des Pfefferhauses. Dort gibt es ein 89 prozentiges Püree des „Trinidad Skorpion“, dem Vorläufer der „Corolina Reaper“. Die Sauce erreiche zwar „nur“ einen Scoville-Grad von 300.000 bis 400.000, kann dem Gaumen aber auch so reichlich feurige Freude bereiten. „Das ist das 100-fache von einem normalen Tabasco. Das ist ein riesen Schärfeunterschied“, sagt Eichholtz.

Was passiert mit jemanden, der das isst, aber eigentlich kein scharfes Essen gewöhnt ist? „Das bedeutet dann Qual, Schmerzen und Hitze“, fasst Eichholtz zusammen. Das sei allerdings nicht gefährlich. Der Körper setze einen Entgiftungsprozess in Gang und das regt den Stoffwechsel an. „Eigentlich ist das sogar gesund“, erklärt Eichholtz.

Das Püree des „Trinidad Skorpion“ ist hundertmal schärfer als gewöhnlicher Tabasco. Quelle: Priesemann

Wer häufiger scharf isst, der gewöhne sich recht schnell auch an feurigere Saucen. „Das hat Einfluss auf das Nervensystem. Dadurch hat man dann auch bei ganz normalem Essen ein anderes Geschmackserlebnis“, sagt Eichholtz. Viele Nationen äßen häufig scharf, nur die Deutschen seien da ein wenig prüde.

Das Leiden in Tropfen-Form

Quelle: Priesemann

Bei Russell Williams und Chris Sonders von „Grim Reaper“ wird es dann sehr speziell – und „super hot“. Der Stand der beiden Briten ist mit Totenkopf-Nachbildungen dekoriert und es steht zu befürchten, dass sie die auch nicht ganz ohne Grund dort hingestellt haben. Überdies ziert das Firmenlogo auch noch einen übel dreinblickenden Sensenmann.

Williams und Sonders stellen aus dem Wirkstoff scharfer Chili-Sorten Extrakte her. „Zwei Tropfen reichen und die Chili con Carne ist scharf“, sagt Williams. Ihr härtestes Zeug: „Affliction“ (zu deutsch: das Leiden). Auf der Scoville-Skala erreicht es einen Wert von neun Millionen. „Das ist unvorstellbar. Damit muss man extrem vorsichtig sein“, sagt selbst Eichholtz. Er erinnert daran, dass sogar übliches Pfefferspray gerade mal einen Scoville-Grad von 300.000 aufweist – und zwar das zur Bärenabwehr.

„Affliction“ erreicht auf der Scoville-Skala einen Wert von neun Millionen. Quelle: Priesemann

Dazu kommt, dass die Wirkung dieser Extrakte pur angewendet ganz anders sei, als bei einer „Carolina Reaper“. „Da kaust du drauf herum und die ganze Schärfe verteilt sich im Mund. Bei den Tropfen wirkt das alles auf einen Punkt“, erklärt Williams. Vielleicht sollte man bei dem „Chili & Barbecue-Festival“ besser nicht alles probieren.

Am Sonntag geht es weiter

Wer am Sonntag noch einige Chili-Sorte testen möchte, kann dies ab elf Uhr auf dem Gelände des Fössebads machen. Bis 22 Uhr wird dort gegrillt, dazu gibt es Livemusik. Karten kosten zehn Euro, der Veranstalter rechnet mit 5000 Besuchern.

Das Chili- und Barbecue-Festival im Fössebad

Von Sascha Priesemann

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