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Meine Stadt Verkauft, verschrottet und verlegt: Das ist aus den Expo-Pavillons geworden
Hannover Meine Stadt Verkauft, verschrottet und verlegt: Das ist aus den Expo-Pavillons geworden
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15:17 04.02.2020
Die Seilbahn fährt bei der Expo 2000 am Niederländischen Pavillon vorbei. Quelle: Michael Thomas (Archiv)
Hannover

Knapp 20 Jahre nach der Expo ist der litauische Pavillon auch ein Symbol dafür, was nach der Weltausstellung schief gelaufen ist. Zwar hat die Hanova-Tochter Expo Grund im vergangenen Sommer das letzte Grundstück auf dem früheren Ost-Gelände verkauft, doch noch immer gibt es drei Problem-Pavillons. Sie stehen seit vielen Jahren leer.

Immerhin soll sich bei zwei der Gebäude in naher Zukunft etwas verändern. Im litauischen Pavillon möchte das Sehnder Unternehmen „Beste Bau“ seinen neuen Firmensitz errichten. An der Ruine des holländischen Pavillon will die Bremer Zechbau-Gruppe 375 Appartements für Studierende bauen. Auch der markanten Pavillon mit seinem „Wald“ soll eingebunden werden. Er ist für Start-up-Unternehmen vorgesehen.

Der türkische Pavillon gehört nicht mehr dem türkischen Staat. Wer der Käufer ist, ist allerdings noch unklar. Quelle: Christian Behrens

Unbekannt ist weiter, was aus dem türkischen Pavillon wird. Das Gebäude gehörte bis zum vergangenen Jahr dem türkischen Staat. Er hat es inzwischen aber verkauft. An wen, ist bisher ungeklärt.

Ungarischer Pavillon steht in Abu Dhabi

Die Geschichte der übrigen 31 Pavillons ist teilweise kurios. Der Polnische Pavillon etwa ging an die Enkelin des letzten Kaisers von Vietnam. Sie wollte einen Kulturtreff einrichten, weil sie aber gegen Auflagen verstieß, riss die Stadt den Pavillon am Ende ab.

Der ungarische Pavillon ist in Abu Dhabi neu aufgebaut worden. Quelle: Archiv

Investoren aus Abu Dhabi sicherten sich den ungarischen Pavillon. Die aufwendige, 20 Meter hohe Holzkonstruktion in Form einer Blüte ließen sie 2008 abbauen und in ihr Heimatland verschiffen. Dort bauten sie sie wieder auf.

Umgezogen nach Wolfsburg

Wer Nepals Pavillon sehen möchte, der muss nach Wiesent bei Regensburg fahren. Er wurde im Himalaya-Park wieder aufgestellt. Der indischen Pavillon ist ebenfalls noch erhalten. Er steht in Letter, ist zunächst in eine Tennishalle umgewandelt worden. Inzwischen ist er ein Indoor-Spielplatz. Aus dem kolumbianischen Pavillon ist ein Café geworden. Er steht am Allersee in Wolfsburg.

Aus dem früheren belgischen Pavillon ist der Peppermint Pavillon geworden. Quelle: Rainer Surrey

Auf dem Gelände des Schweizer Pavillons in der Straße Sydney Garden hat sich Ferrari angesiedelt. Das als Klangkörper konzipierte Gebäude, das aus aufgestapelten Holz bestand, ist abgebaut worden. Das Bauholz wurde verkauft und teilweise in das Besucherhaus des Kernforschungszentrums Cern in Genf eingebaut.

Ähnlich ging es dem jordanischen Pavillon. Mit den Steinen ist das Restaurant am Klagesmarkt aufgebaut worden. Auch das steht nicht mehr, es musste Wohnungen weichen. Das frühere belgische Domizil bei der Expo heißt inzwischen Peppermint Pavillon. Es gehört dem Musikproduzenten Mousse T.

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Von Sascha Priesemann

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