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Meine Stadt Das gibt es beim November der Wissenschaft zu entdecken
Hannover Meine Stadt Das gibt es beim November der Wissenschaft zu entdecken
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08:00 27.10.2018
Zwei Schwarze Löcher umkreisen einander und erzeugen Gravitationswellen. Archiv
Zwei Schwarze Löcher umkreisen einander und erzeugen Gravitationswellen. Archiv Quelle: Michael Hanschke
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Hannover

Wie funktioniert die Lunge? Warum sterben die Insekten? Und wie war das nochmal mit der Relativitätstheorie? Im „November der Wissenschaft“ – kurz „KNOWember“ – gibt es in Hannover vieles zu entdecken. Mehr als 70 Einrichtungen öffnen vom 1. bis zum 21. November ihre Türen und geben Einblicke in ihre Forschung. „Der November der Wissenschaft ist ein Publikumsmagnet geworden, und er zeigt, in welcher Vielfalt in Hannover gelehrt und geforscht wird“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Bei der vergangenen Auflage vor zwei Jahren e die Stadt mehr als 40.000 Besucher gezählt.

Auch zum zehnjährigen Jubiläum rechnet Schostok mit einem gut besuchten „Wissensmarathon“, der bewusst sehr offen gehalten ist. „Viele der 150 Veranstaltungen richten sich gezielt an Kinder und Jugendliche. Sie sind daher leicht verständlich“, erklärte Schostok bei der Präsentation des Programms am Freitag. Darüber hinaus sind die meisten Angebote kostenfrei und können ohne vorherige Anmeldung besucht werden. „Wir verlassen den Elfenbeinturm der Wissenschaft, den es eigentlich gar nicht gibt, und zeigen, was Wissenschaft ist und wie sie funktioniert“, sagte Christoph Strutz, Vize-Präsident der Leibniz-Universität. Dies sei ein Gegenpol zur Verbreitung von Fake-News.

Wie in den Vorjahren dominieren vor allem die Mint-Fächer im Programm – also Mathematik, Information, Naturwissenschaft und Technik. Aber auch gesellschaftspolitische Fragen rund um den Klimawandel, das Insektensterben, Cybercrime und Mobilität werden behandelt. Im Haus der Religionen wird das Verhältnis zwischen Religion und Wissenschaft diskutiert. „Es werden viele Zukunftsthemen aufgegriffen“, berichtete Schostok.

Eröffnet wird der „November der Wissenschaft“ von zwei Forschenden aus Hannover, die an der sogenannten „Jahrhundertentdeckung“ der Gravitationswellen beteiligt wa­ren. Die Professoren Karsten Danzmann und Michèle Heurs vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik lüften am Donnerstag, 1. November, die Geheimnisse der Gravitationswellen (Foto) und gehen auf eine akustische Reise durch das Universum. Los geht es um 18 Uhr in der Kuppelhalle des Neuen Rathauses. Wer will, kann im Bürgersaal noch tiefer in die Materie einsteigen. Dort ist bereits seit Freitag die multimediale Mitmachwanderausstellung „Einstein inside – 100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie“ zu sehen. Die Ausstellung der Universität Tübingen gibt es zum ersten Mal in Hannover zu sehen.

Das Programm des „Novembers der Wissenschaft“ kann im Internet heruntergeladen werden unter www.science-hannover.de 

Wie aus Fakes Fakten werden

Etwas mysteriös klingt die Ankündigung der Hochschule Hannover zu ihrem „Competenz-Container“. Er finde angeblich die Wahrheit „über sie, über uns und all die anderen“ heraus. Von Freitag, 16. November, bis Sonntag, 18. November, steht der Doppel-Container auf dem Ernst-August-Platz. Wo­rum es genau geht? „Er demonstriert, wie aus Fakes Fakten werden“, erzählt Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover. Und es gehe um die Erstellung komplexer Personenprofile.

Wie schwarze Löcher hörbar werden

Sich Schwarze Löcher überhaupt vorzustellen, ist schwierig. Denn die meisten von ihnen in unserem Universum sind unsichtbar. Wenn aber zwei Schwarze Löcher umeinanderkreisen, dann geben sie Gravitationswellen ab, die sie hörbar machen. Wie das klingt und was die Schwarzen Löcher dabei über sich verraten, erfahren die Besucher am Montag, 12. November, ab 19 Uhr im Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Callinstraße 38, im Raum 103/106. Die Gravitationswellen werden zuvor am Freitag, 2. November, behandelt. Sie konnten erst 2017 das erste Mal nachgewiesen werden. Los geht es um 19 Uhr, ebenfalls in der Callinstraße.

Science-Pub

Kneipe statt Hörsaal: Beim Science-Pub wird Wissenschaft in einer lockeren Atmosphäre präsentiert. Bei Bier und anderen Getränken geht es am Donnerstag, 8. November, zunächst um die Reproduktionsimmunologie. Denn Ungeborene sind während der Schwangerschaft ein Fremdkörper für das Immunsystem. Warum am Ende meistens doch alles gut ausgeht, wird ab 19.30 Uhr in der Kneipe „Kuriosum“, Schneiderberg 14, erklärt. Für den zweiten Termin am Donnerstag, 15 November, stehen Thema und Vortrag noch nicht fest.

Abi-Quiz-Night

Für eine Nacht wird die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) zur Quiz-Arena. Oberstufenklassen aus der gesamten Region treten bei der Abi-Quiz-Arena gegeneinander an. Die Kategorien: Wirtschaft und Gesellschaft, Informatik, Logik und Schätzen. „Die Fragen sind eher unterhaltsam“, sagt Karl-Wilhelm Müller-Siebers, Präsident der FHDW. Für die Schüler geht es dabei um mehr als nur um Ruhm und Ehre, denn auf die Sieger warten Preisgelder. Los geht es am Freitag, 16. November, um 16.30 Uhr in der FHDW. Schulklassen sollten sich bis Sonntag, 11. November, angemeldet haben.

Tage der offenen Türen

An den Wochenenden dominieren die Tage der offenen Türen in den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Den Anfang am Sonnabend, 3. November, machen die Tierärztliche Hochschule (TiHo), die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und das Fraunhofer-ITEM. Bei der TiHo geht es unter anderem um die Ge­sundheit der Tiere und den Einsatz von Antibiotika. Besonders interessant bei der MHH: der Einblick in den Teilchenbeschleuniger, mit dem kurzlebige Substanzen hergestellt werden. Was Feinstaub mit der Lunge macht, ist beim Fraunhofer-ITEM zu sehen. Die Leibniz-Universität (Foto) beteiligt sich mit der „Nacht, die Wissen schafft“ am Sonnabend, 10. November, von 18 Uhr bis Mitternacht am „KNOWember“. Dort gibt es etwa 220 Aktionen.

Hier kann Popmusik studiert werden

Popmusik läuft im Radio rauf unter runter. Was allerdings die wenigsten wissen: Popmusik kann sogar an der Hochschule für Theater und Medien Hannover (HMTMH) studiert werden. Beim „Herrenhausen Late“ der HMTMH und der Volkswagen-Stiftung am Donnerstag, 8. November, widmet man sich der Lehre des Genres und zeigt, was sie vom klassischen Musikstudium unterscheidet. Dabei geben Professor Peter Weihe und Studiengangssprecher Kristof Hinz Einblicke in die „Popular Music“ (Populäre Musik) – und das in gemütlicher Atmosphäre. Auf der Bühne und am Mischpult zeigen Studierende ihr Können. Zudem gibt es Freigetränke. Der Abend soll ein „außergewöhnlicher Mix aus spannender Wissenschaft und originellen Persönlichkeiten“ werden, heißt es.

Los geht es um 20.30 Uhr im Festsaal des Schlosses Herrenhausen.

Von Sascha Priesemann