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Meine Stadt Das Little Home in Hannover-Ricklingen ist weg: Wo ist es jetzt?
Hannover Meine Stadt Das Little Home in Hannover-Ricklingen ist weg: Wo ist es jetzt?
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14:50 09.10.2019
Die Roncallihöfe in Ricklingen : Hier stand das Little Home vier Monate lang auf der Fahrbahn. Quelle: Foto: Behrens
Hannover

Die Wohnhütte, die auf der Fahrbahn der Roncallihöfe in Ricklingen stand, ist nun weg. Am Montag hat die Stadt ihre Ankündigung wahr gemacht und das sogenannte Little Home geräumt, fast vier Monate hatte es widerrechtlich auf der Straße gestanden. Solange wurde um das kleine Holzhäuschen gestritten.

Die Vorgeschichte

Das war passiert: Im Dezember hatte die obdachlose Erika Heine das erste Little Home in Hannover erhalten. Little Home ist ein Kölner Verein, der kleine Wohnhütten für Obdachlose baut, um diesen den Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu erleichtern.

Sechs Monate lang hatte sich die Kirchengemeinde Sankt Augustinus in Ricklingen bereit erklärt, Heine einen Stellplatz auf ihrem Grundstück bereitzustellen. Little Home hatte vier neue Stellplatzangebote für den Umzug, die Heine jedoch alle ablehnte. Ein Streit entfachte, die Kirchengemeinde schob das Haus von ihrem Grundstück runter. Seitdem stand es auf der Straße.

Hier kam die Stadtverwaltung ins Spiel: Für das Abstellen eines Mini-Hauses auf der Fahrbahn einer öffentlichen Straße bedürfe es einer Sondernutzungserlaubnis – die hatte Heine aber nicht. Also musste das Little Home geräumt werden.

Die Räumung

Heine ging vor dem Verwaltungsgericht mit einem Eilantrag dagegen anden dieses aber ablehnte. Am Montag folgte also die Räumung durch ein Abschleppunternehmen. Laut Stadtverwaltung sei die Aktion ohne weitere Konflikte verlaufen, Heine sei anwesend gewesen. Das Häuschen ist nun auf einem städtischen Bauhof eingelagert.

In diesem Schreiben bat Heine die Stadtverwaltung, von einer Räumung abzusehen. Quelle: Christian Behrens

Und die Stadt geht weiterhin auf die Dame zu: Heine könne ihr Haus jederzeit abholen, wenn sie einen geeigneten Stellplatz gefunden hat. Weder die Kosten für die Räumung, noch für die Lagerung stellt die Stadt der Frau in Kosten.

Das sagen die Beteiligten

Bruno Adam Wolf von der Piratenpartei bedauert es, dass Heine ihr Haus abgenommen worden sei. Er hatte die Obdachlose im Kampf um ihre Bleibe unterstützt, weiß aber auch nicht, wo sie nun untergekommen ist.

Dirk Machentanz von den Linken fordert die Stadtverwaltung auf, einen passenden Alternativstandort für das Little Home anzubieten: „Es ist kein dauerhafter Zustand für die Bürgerin, dass diese jetzt wieder in die Obdachlosigkeit fällt, weil sich angeblich in der gesamten Stadt kein passender Ort für ihr Little Home finden lässt!“, so der Fraktionsvorsitzende. „Diesem Missstand sollte jetzt schnellstens ein Ende bereitet werden!“

Sven Lüdecke von Little Home findet es schade, dass sein Verein mit seiner Hilfe bei Erika Heine gescheitert ist. Quelle: Frank Wilde

Sven Lüdecke von Little Home findet es schade, dass es so weit kommen musste und dass Heine nun keine feste Anlaufstelle mehr habe. Gleichzeitig verstehe er aber, dass die Stadt so gehandelt hat. „Irgendwie bin ich auch erleichtert, dass der Kindergarten endlich ein Ende hat“, sagt der Little-Home-Gründer. „Wenn Erika einen Schritt auf uns zu macht, werden wir nicht dicht machen und versuchen, ihr wieder zu helfen.“

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