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Meine Stadt DGB fordert 1400 neue Wohnungen jährlich für Hannover
Hannover Meine Stadt DGB fordert 1400 neue Wohnungen jährlich für Hannover
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10:33 14.06.2019
KNAPPER WOHNRAUM: Der DGB fordert, viel mehr neue Wohnungen in Hannover zu bauen. Quelle: dpa
HANNOVER

Der DGB schaltet sich in die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum in Hannover ein. „Wohnen wird in unserer Stadt immer mehr zum Luxusgut. Für die Gewerkschaften ist das nicht länger hinnehmbar“, sagte am Donnerstag Torsten Hannig, Geschäftsführer der DGB-Region Niedersachsen Mitte, bei der Vorstellung der DGB-Analyse „Bezahlbarer Wohnraum für eine lebenswerte Stadt“, in der der Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt untersucht wird. 43 Prozent aller Haushalte müssten mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufwenden. „Ein besorgniserregender Wert“, so Hannig. Der DGB fordert deswegen, die Bautätigkeit in Hannover massiv auszuweiten: Jährlich müssen mindestens 1400 neue Wohnungen errichtet werden.

Stadt soll als kommunaler Vermieter auftreten

Die Stadt solle zudem wieder mehr als kommunaler Vermieter auftreten, öffentliche Baugrundstücke sollten in öffentlicher Hand bleiben, sagte Hannig. Zusätzlich müssten sämtliche Potenziale zur Wohnraumschaffung genutzt werden. Auch die Gründung einer niedersächsischen Landesbaugesellschaft sei sinnvoll.

Auch Familien mit mittlerem Einkommen betroffen

Denn, so erläutert Hannig, das Problem des bezahlbaren Wohnraums betreffe in Hannover nicht nur Geringverdiener, sondern auch Familien mit einem mittleren Einkommen. Hintergrund dafür ist, dass über Jahre zu wenige neue Wohnungen gebaut wurden: So sank die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen von 2001 bis 2011 von über 700 auf knapp 280 Wohnungen, hat die Analyse ergeben.

Zahl der Haushalte gestiegen

Zwar ist dieser Wert seitdem wieder auf knapp 800 gestiegen (2017), aber die entstandene Baulücke könne so nicht geschlossen werden – zumal die Zahl der Haushalte allein zwischen 2012 bis 2017 von 286 000 auf fast 300 000 Haushalte gestiegen sei. Von 2014 bis 2018 sei der Preis der Angebotsmieten (Neuvermietungen) um 27 Prozent auf rund acht Euro pro Quadratmeter geklettert. Der Quadratmeterpreis der Bestandsmieten legte in dem Zeitraum von 5,82 Euro auf 6,531 Euro gestiegen.

Immer mehr Studenten wohnen noch bei Eltern

Laut Analyse steht „die Entwicklung des Wohnungsmarkts in „keinem Verhältnis zur sozialen Realität in Hannover“: Während die Mieten steigen, sei auch die Anzahl der Bezieher von Grundsicherung von 2006 bis 2015 fast um ein Drittel gestiegen. Besonders betroffen seien auch Studierende: Der Anteil derjenigen, die während des Studiums bei den Eltern wohnen, hat sich von 2003 bis 2018 auf knapp 35 Prozent fast verdoppelt (siehe Grafik). Es sei höchste Zeit, mehr in den Bau von geeigneten Wohnungen für Studierende und Azubis zu investieren“, so die Analyse.

Stadt verspricht 1000 neue Wohnungen pro Jahr

Die Stadt Hannover teilte mit, dass sich die Wohnungswirtschaft 2016 verpflichtet habe, künftig im Schnitt 1000 Wohnungen pro Jahr zu bauen. Allein 2018 seien 1500 neue Wohnungen in Hannover fertiggestellt worden. Um das angepeilte Ziel von 1000 neuen Wohnungen jährlich realisieren zu können, würden Flächen aus öffentlicher Hand an private Wohnungsbauunternehmen verkauft – wenn diese sich verpflichten, mindestens 30 Prozent geförderte Wohnungen zu errichten.

Im Rahmen einer Wohnbauflächeninitiative von 2013 seien seitdem Flächen für 9000 neue Wohnungen ausgewiesen worden. Künftig sollen jährlich neue Flächen für 500 bis 700 Wohnungen ausgewiesen werden. Das Bauministerium verwies auf das 2018 initiierte „Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen“. Dort wurde vereinbart, landesweit jährlich 4000 geförderte Sozialwohnungen zu bauen. Die Idee einer Landeswohnungsbaugesellschaft sei allerdings kurzfristig nicht umzusetzen und würde nur zu Verzögerungen führen.

Von Inken Hägermann

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