Corona-Krise: Obdachlose in Hannover müssen am 15. Oktober raus aus Naturfreundehaus
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Corona-Krise: Obdachlose in Hannover müssen am 15. Oktober raus aus Naturfreundehaus

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11:00 07.10.2020
Ein Mann schläft auf einer Bank in einem Park. (Symbolbild)
Ein Mann schläft auf einer Bank in einem Park. (Symbolbild) Quelle: Martin Gerten/dpa
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Hannover

Noch bis zum 15. Oktober dürfen die verbliebenen 28 Obdachlose – zu Beginn waren es mehr als 100, die zunächst in der Jugendherberge untergebracht waren – in der Not-Unterkunft im Naturfreundehaus bleiben. Dann läuft die Pandemie-Nothilfe aus, inzwischen hätten sich alle Anlaufstellen für Wohnungslose auf die aktuellen Herausforderungen in der Corona-Krise eingestellt. Das Nothilfeangebot nennt die Stadtverwaltung ein Erfolgsmodell, das hilfreiche und ermutigende Hinweise für weitergehende Konzepte zur Betreuung von obdachlosen Menschen gebe.

„Von den mehr als 100 Wohnungslosen, die zu Beginn der Pandemie untergebracht und intensiv sozial betreut wurden, sind inzwischen ein Großteil in stabilere Wohn- und Lebensverhältnisse vermittelt worden“, sagte eine Stadtsprecherin. Beispielsweise sei es in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Straßenmagazin Asphalt gelungen, einzelne Menschen in ein niedrigschwelliges Sprachprojekt zu vermitteln. Einige von ihnen hätten einen Arbeitsvertrag erhalten und konnten daraufhin in eine Unterkunft vermittelt werden.

Perspektiven finden

Und auch mit den verbliebenen 28 Menschen, die derzeit noch im Naturfreundehaus leben, werde intensiv gearbeitet. „Ziel ist es, für sie bis zum 15. Oktober ebenfalls Perspektiven oder alternative Betreuungsangebote zu finden“, so die Stadt. Insgesamt hält die Landeshauptstadt Hannover 220 Notschlafplätze an fünf Standorten für Obdachlose vor. Die Winternothilfe der Stadt wird auch in diesem Jahr wieder im Einsatz sein, etwa mit dem Kältebus.

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Oberbürgermeister Belit Onay betont: „Wir wissen um die Herausforderungen der obdachlosen Menschen in unserer Stadt und werden alles tun, um sie zusammen mit den Hilfsinitiativen und sozialen Trägern mit unseren Angeboten zu unterstützen.“ Man wolle die positiven Erfahrungen aus der Zeit der Not-Unterbringung in der Jugendherberge und im Naturfreundehaus nutzen, um obdachlosen Menschen nachhaltig zu helfen und ihnen eine Perspektive zu geben. Onay: „Gemeinsam mit der Region wollen wir möglichst im kommenden Jahr mit einem neuen Konzept starten.“ Für das Modellprojekt suche man bereits nach einer passenden Immobilie.

In der Hochphase der Corona-Pandemie hatte die Stadt spontan reagiert, nachdem viele Betreuungseinrichtungen für obdachlose Menschen geschlossen und das Leben für Betroffene auf der Straße enorm erschwert hatte. Essensausgaben wurden organisiert, für die Unterbringung mietete die Stadt in Kooperation mit Region und Land zunächst die Jugendherberge, anschließend das Hotel Central und schließlich das Naturfreundehaus an.

Von Britta Lüers