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Meine Stadt Hannover: Continental wird vorsichtiger
Hannover Meine Stadt Hannover: Continental wird vorsichtiger
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16:30 14.01.2019
Continental. Quelle: dpa
Hannover

Nach einem turbulenten Jahr 2018 rechnet Continental auch 2019 mit schweren Zeiten. Die schwache Nachfrage in China, der drohende Handelsstreit zwischen den USA und China, der drohende Brexit und weitere Nachfragerückgänge durch die Umstellung auf das neue  Abgas-Prüfverfahren WLTP würden im 1. Halbjahr die Märkte belasten, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen.

Immerhin gelang es Conti, die korrigierten Umsatzziele für 2018 fast auf den Punkt zu erreichen – nach zwei Gewinn- und Umsatzwarnungen im vergangenen Jahr, die die Conti-Aktie mächtig unter Druck setzten. So verzeichnete der Zuliefererkonzern für 2018 einen Umsatz von mehr als 44,4 Milliarden Euro, angepeilt waren 44,5 Milliarden. Das bereinigte operative Jahresergebnis betrug 4,1 Milliarden Euro (2017: 4,7 Milliarden), die Marge lag bei 9,2 Prozent (2017: 10,8 Prozent). Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart bezeichnete das als „solides Ergebnis“. Allerdings habe sich die Abwärtsbewegung der Automobilmärkte im vierten Quartal „wie befürchtet noch einmal deutlich verschärft“, so Degenhart. „Dies in Kombination mit den tiefgreifenden Veränderungen in unserer Industrie verlangsamt unser Wachstumstempo.“

Conti hat auch gute Nachrichten zu verkünden

Für 2019 rechnet Conti mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen mit Sitz in Hannover (244 000 Mitarbeiter weltweit)  seine Ziele stets konkret angegeben.  Angesichts der „zunehmend volatiler Marktumfelder“ und des tiefgreifenden technologischen Wandels sei es immer schwieriger, die Geschäftsentwicklung über den Zeitraum eines Jahres punktgenau vorauszusagen. Deshalb habe man sich entschieden, „die Geschäftsentwicklung von nun an wie branchenüblich in Bandbreiten anzugeben“, sagte Finanzvorstand Schäfer.

Die Conti-Aktie sank nach Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen leicht ab. Ab den Mittagsstunden allerdings bewegte sich das Papier deutlich im Plus und legte in der Spitze um bis zu zwei Prozent zu.

Gute Nachrichten konnte Conti in Bezug auf seine Antriebssparte Powertrain verkünden. Die rechtliche Ablösung der Division sei zum Jahreswechsel vollzogen worden, teilte der Konzern mit. Das sei ein „immenser Aufwand“ gewesen, hieß es aus dem Unternehmen. Wie die neue Einheit heißen soll, ist noch unklar: Der neue Name soll im Laufe des ersten Quartals verkündet werden. Aktuell werden Vorbereitungen getroffen, um die Sparte Powertrain, die neben den Bereichen Automotiv und Rubber unter einem Holdingdach gebündelt wird, ab dem zweiten Halbjahr an die Börse bringen zu können. Ein konkretes Datum für den Sprung aufs Börsenparkett steht noch nicht fest: Man will ein günstiges Marktumfeld abwarten, um einen guten Preis zu erzielen. „Wir haben nichts zu verschenken“, so Schäfer.