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Meine Stadt Christopher Street Day: Rund 20 000 Besucher erwartet
Hannover Meine Stadt Christopher Street Day: Rund 20 000 Besucher erwartet
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15:32 27.05.2019
Mitten in der HDI-Arena: Bürgermerister Thomas Hermann, Veranstalterin Corinna Weiler, Landtagspräsidentin Gabriele Andretta und Mirko Woitschig von Hannover 96 bei der Pressekonferenz zum Christopher Street Day.
Mitten in der HDI-Arena: Bürgermerister Thomas Hermann, Veranstalterin Corinna Weiler, Landtagspräsidentin Gabriele Andretta und Mirko Woitschig von Hannover 96 bei der Pressekonferenz zum Christopher Street Day. Quelle: Cecelia Spohn
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Hannover

Mehr Anerkennung, mehr Respekt und mehr Vielfalt: Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ gehen am 8. und 9. Juni tausende Menschen beim hannoverschen Christopher Street Day auf die Straße und setzen sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans-, und Interexuellen sowie queeren Menschen (kurz: LGBTIQ) ein.

Ein klares Zeichen für Vielfalt und Respekt

Schirmfrau der Veranstaltung ist in diesem Jahr Gabriele Andretta, Präsidentin des Niedersächsischen Landtags. Sie sagt: „Noch immer müssen die Menschen um Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfen, immer wieder schlägt ihnen Hass entgegen.“ Auch das Internet werde bei Diskriminierungen immer wieder zur Bühne von Beleidigungen gegen Menschen mit queeren Lebensweisen – und das obwohl, die Minderheitenrechte unter den Schutz des Grundgesetztes fallen. Mit dem CSD werde ein klares Zeichen für Vielfalt und Respekt gesetzt. „Alle Menschen sollen sich frei von Angst und Diskriminierung entfalten können“, betont Andretta.

Hannover 96 möchte mehr Zeichen setzen

Auch die Landeshauptstadt stehe seit Jahren für ein wertschätzendes Miteinander und setzte sich dafür ein, dass dieses Ziel zur Realität werde, sagte Bürgermeister Thomas Hermann. Die Stadt ist mit einem Wagen beim CSD auf dem Opernplatz vertreten.

Bereits zum dritten Mal übernimmt Hannover 96 die Schirmherrschaft für den CSD. Mirko Woitschig von Hannover 96 lobt vor allem die Freude und die friedliche positive Stimmung bei dem Event. Der Verein arbeite daran, auch an Spieltagen mehr Zeichen zu setzen und möchte sich auf lange Frist mit einem Truck am CSD beteiligen.

CSD feiert 50. Geburtstag

Das Besondere in diesem Jahr: Der Christopher Street Day feiert seinen 50. Geburtstag. Damals gingen Menschen in New York erstmals auf die Straße. „Seit dem gibt es Veranstaltungen auf der ganzen Welt“, sagt Corinna Weiler, vom Verein Andersraum, welche den CSD in Hannover organisiert. Sie betont auch den Bedarf queerer geflüchteter Menschen. „Sie haben während ihrer Anhörung massive Probleme, sind schlecht informiert und auch ihre Unterbringung ist nicht sicher.“ Daran solle sich etwas ändern.

Das ist nur eine von vielen Forderungen der Bewegung. So seien auch Regenbogenfamilien nicht gleichgestellt und queere Bildungsangebote Mangelware. Auch Andretta sieht dort dringenden Handlungsbedarf. „Das lehren von Vielfalt gehört in das Lehramtsstudium“, macht sie deutlich. Es sei wichtig, dass sich junge Menschen im angstfreien Raum entfalten können.

20 000 Besucher werden erwartet

Trotzdem lobt Weiler die Arbeit der Stadt Hannover. So laufe derzeit ein Interessenbekundungsverfahren für das erste queere Jugendzentrum der Stadt Hannover. Es bleibt aber weiterhin viel zu tun. „Laut einer Studie spüren rund ein Drittel der Menschen Abscheu oder Ekel, wenn sie ein gleichgeschlechtliches Paar sehen“, macht sie deutlich.

Und genau darauf soll der CSD am Pfingstwochenende aufmerksam machen. Zwei Tage lang wird in Regenbogenfarben auf dem Opernplatz gefeiert. Höhepunkt ist die Demonstration am Sonnabend (14 Uhr). Die Veranstalter erwarten rund 20 000 Menschen. Mehr Informationen unter www.hannovercsd.de.

Von Cecelia Spohn