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Meine Stadt Cebit-Aus: Unentschlossen in den Untergang
Hannover Meine Stadt Cebit-Aus: Unentschlossen in den Untergang
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17:19 28.11.2018
Die Cebit in Hannover ist Geschichte.
Die Cebit in Hannover ist Geschichte.
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Hannover.

Nicht mal die lässigen T-Shirts haben also geholfen, die magischen Insignien des so erfolgreichen Silicon Valley: Als die Messemacher in ungewohnter Nerd-Kluft noch im Mai die "neue Cebit" priesen als ein sommerliches Festival, als endlich wieder cooles Treffen der weltweiten digitalen Szene. Der Auftritt im Neuen Rathaus war, so zeigt sich heute, ein Mummenschanz: Das Vertrauen in die Strahlkraft der Cebit war im Laufe der Jahre zu sehr erodiert, das neue Konzept hatte keine Chance. Die katastrophalen Anmeldezahlen für 2019 taten ihr Übriges.

Hannover, nein: Deutschland verliert damit seine IT-Leitmesse, die für den Veranstalter - und damit für die Anteilseigner - zum immer größeren finanziellen Risiko wurde. Die Entscheidung ist damit nachvollziehbar - dennoch drängt sich die Frage auf, warum eine Messe eigentlich scheitern muss, die sich mit dem Zukunftsthema schlechthin beschäftigt.

Konkurrenzveranstaltungen wie das "South by Southwest" in Texas und die "hub.berlin" zeigen jedenfalls, dass auch ein schwammiges Thema wie die Digitalisierung fassbar ist - nur eben weniger als Verkaufsveranstaltung denn als Szenetreff, zugegeben auch deutlich kleiner dimensioniert. Die Unentschlossenheit des Cebit-Konzepts, das seine Zielgruppe praktisch Jahr für Jahr neu definierte, zeigt die Zerrissenheit der IT-Messe, die eigentlich mehr sein wollte als eine Produktschau - aber nicht konnte oder vielleicht auch nicht durfte.

Die nur halb erbauliche Erkenntnis lautet am Ende: Für Hannover ist das Cebit-Aus eine traurige Angelegenheit. Dem IT-Standort in Deutschland aber wird es recht egal sein.