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Meine Stadt Carsharing statt Parkplätze: So geht Wohnen ohne eigenes Auto
Hannover Meine Stadt Carsharing statt Parkplätze: So geht Wohnen ohne eigenes Auto
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14:50 26.10.2019
Setzen auf Carsharing: Stadtmobil-Chef Andreas Krämer (von links) sowie die Bauherren Cosima und Thorsten Kröger. Quelle: Fotos: Wilde
Hannover

18 Wohnungen hat Thorsten Kröger mit seiner Firma Acribo an der Baumstraße in der Südstadt gebaut. Für jede davon hätte er eigentlich einen Parkplatz nachweisen müssen. Nach langen Verhandlungen mit Hannovers Bauverwaltung fand der Investor eine andere Lösung: An dem Gebäude, das am Freitag eingeweiht wurde, gibt es drei Stadtmobil-Stellplätze. Die Bewohner des Hauses, so der Plan, sollen möglichst auf ein eigenes Auto verzichten und stattdessen das Carsharing-Angebot nutzen.

Laut Kröger geht das Konzept auf. Von elf Mietern, die bisher eingezogen sind, habe nur einer ein Auto. Die Carsharing-Plätze wurden ihm von der Stadt doppelt angerechnet. Auf acht weitere durfte er gegen eine Gebühr von je 13.000 Euro verzichten. Vier weitere Stellplätze musste der Investor in umliegenden Garagen nachweisen.

Investor fordert Abschaffung der Stellplatz-Vorgaben

Eigentlich liegt der Stellplatzschlüssel in Hannover aktuell bei 0,8 pro Wohnung. Das allerdings nur bei neuen Bebauungsplänen. Weil der bei Krögers Projekt nicht geändert werden musste, galt die alte Regel von einem Parkplatz pro Wohnung.

Geht es nach dem Investor, gehört diese ganz abgeschafft. Er hat auch Vorhaben in Berlin und Hamburg umgesetzt. „Dort gibt es gar keine Stellplatzverordnung, sonst wären dort viele Projekte auch gar nicht möglich“, berichtet er.

Konzept in Hannover bisher „noch nicht so radikal umgesetzt“

Laut Stadtmobil-Geschäftsführer Andreas Krämer ist das Konzept Carsharing statt Parkplätzen bei einem Wohnbauprojekt in Hannover „bisher noch nicht so radikal umgesetzt worden“.

Auch für ihn ist das Projekt „ein kleines Wagnis“. Denn zwei der drei Fahrzeuge an dem Haus an der Baumstraße sind E-Mobile. Sie haben eine Reichweite von rund 300 Kilometern und können binnen zweieinhalb Stunden aufgeladen werden. Außerdem wurden sie in Zusammenarbeit mit dem Sprengel-Museum durch Künstlerinnen gestaltet.

Die Bewohner des Hauses müssen sich nach Einschätzung von Stadtmobil-Chef Krämer keine Sorgen machen, dass ihnen kein Fahrzeug zur Verfügung steht, wenn sie dieses brauchen. Nur wenig entfernt gebe es weitere. In der ganzen Südstadt seien es sogar schon 40.

Begeistert zeigte sich auch Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne von dem Projekt: „Das ist viel besser, als wenn hier drei Ferraris und zwei SUVs rumstehen.“ Eine Anspielung auf die Preise der Mietwohnungen? Sie kosten laut Investor immerhin 14 bis 15 Euro pro Quadratmeter.

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