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Meine Stadt Canarisweg: Städtische Tochter will fast 40 Millionen Euro investieren
Hannover Meine Stadt Canarisweg: Städtische Tochter will fast 40 Millionen Euro investieren
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07:00 28.11.2019
Schwierige Lage: Die Hochhaussiedlung am Canarisweg gilt noch immer als Brennpunkt. Deshalb soll die städtische Wohnungsgesellschaft Hanova dort groß einsteigen. Quelle: Körner
Hannover

Viel wurde schon probiert. Der Canarisweg am Mühlenberg gilt jedoch immer noch als Brennpunkt. Für eine Stabilisierung der Verhältnisse in der Hochhaussiedlung soll nun die städtische Wohnungsgesellschaft Hanova sorgen. Sie steht kurz vor dem Kauf von 220 Wohnungen von dem Immobilienriesen Vonovia – für rund 17 Millionen Euro. Am Freitag wird wohl der Aufsichtsrat der städtischen Tochter dem Vorhaben seine Zustimmung geben.

Unter dem Strich kommen auf die Hanova jedoch deutlich höhere Kosten zu. Denn sie wird weitere 20 Millionen Euro in die Sanierung der Hochhauswohnungen stecken müssen. Insgesamt also fast 40 Millionen Euro. Die CDU wird im Aufsichtsrat deshalb wohl nur mit Bauchschmerzen zustimmen. „Das ist für ganz lange Zeit ein Zuschussgeschäft“, warnt CDU-Bauexperte Felix Semper. Für ihn ist die Entscheidung „nur zu rechtfertigen, wenn man bei dem Kauf auch die sozialpolitische Komponente berücksichtigt“.

CDU warnt: „Kaufen die Katze im Sack“

Verärgert zeigt sich der CDU-Mann auch darüber, „dass der Kauf über Monate im Verborgenem ohne Beteiligung der Politik verhandelt wurde und nun alles ganz schnell entschieden werden muss“. Nach Informationen der NP muss der Aufsichtsrat am Freitag zustimmen, weil die Vonovia sonst die Wohnungen frei am Markt anböte. „Durch den Zeitdruck kaufen wir die Katze im Sack“, kritisiert Semper.

Die SPD hingegen steht voll hinter dem Deal. „Das ist absolut der richtige Schritt“, sagt Lars Kelich, der neue Fraktionschef der SPD im Rat. Der Kauf der Wohnungen durch die Hanova werde sich „stabilisierend auf das ganze Quartier auswirken“. Immerhin handele es sich um die Hälfte der Hochhäuser am Canarisweg. Kelich hofft auch auf Millionen an Fördermitteln für die Sanierung. Die Übernahme der Wohnungen durch die Hanova will er mit verstärkter Sozialarbeit in dem Brennpunkt begleiten, der unter anderem deshalb in die Schlagzeilen geriet, weil von den Hochhaus-Balkonen immer wieder Gegenstände heruntergeworfen wurden – auch auf das Außengelände einer Kita.

FDP lehnt den Canarisweg-Deal ab

Die FDP hingegen hält nichts von dem Kaufgeschäft. „Ich lehne das ab“, sagt Fraktionschef Wilfried Engelke. Er fürchtet, dass dadurch ein falsches Signal gesendet werden könnte. „Die Immobilienunternehmen nehmen die Mieten mit – und anschließend darf es die Hanova kaufen und renovieren“, kritisiert er.

CDU-Bauexperte Semper fürchtet auch, dass der Kauf so viel Kapital bei der Hanova bindet, dass sie kaum noch Geld übrig hat, um weitere Wohnungen in Hannover zu bauen. Die CDU hatte sich zuvor schon für eine Kapitalerhöhung bei der Hanova eingesetzt, allerdings vergeblich. „Dann sollte die Stadt sich wenigstens direkt an den Kosten des Kaufs im Canarisweg beteiligen“, fordert Semper.

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Von Christian Bohnenkamp

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