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Meine Stadt Weniger Kontrollen – weniger Schwarzfahrer
Hannover Meine Stadt Weniger Kontrollen – weniger Schwarzfahrer
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16:00 30.01.2019
FAHRAUSWEISCHECK: Kontrolleure bei der Arbeit in einer Stadtbahn in Hannover.
FAHRAUSWEISCHECK: Kontrolleure bei der Arbeit in einer Stadtbahn in Hannover. Quelle: Foto: Steiner
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Hannover

Im vergangenen Jahr sind von der Üstra weniger Schwarzfahrer zur Kasse gebeten worden als im Vorjahr: 46.221 Personen seien ohne gültigen Fahrausweis in Bussen und Stadtbahnen angetroffen worden, teilt das Unternehmen mit. Das sind 17.537 (27,5 Prozent) weniger als die 63.758 im Jahr 2017. Schon damals meldete die Üstra einen Rückgang zum Vorjahr um mehr als elf Prozent.

Der erneute Rückgang hat nun laut Üstra mehrere Gründe: So sei im vergangenen Jahr deutlich weniger kontrolliert worden – statt 3,26 Millionen Mal hieß es nur noch 2,66 Millionen Mal „Die Fahrausweise bitte!“ Zwar waren mit 36 eigenen Kontrolleuren fünf mehr als noch im Jahr 2017 unterwegs, dazu 20 der Üstra-Tochter Protec (unverändert). Nur: Die Kontrolleure hätten wegen zahlreicher Baustellen am Stadtbahnnetz häufig für die Regelung des Schienenersatzverkehrs eingesetzt werden müssen. Außerdem habe man auf die Kritik reagiert, dass auf die Kontrolleure zu hoher Erfolgsdruck („Fangprämien“) ausgeübt werde. Laut Üstra ist so auch die Zahl der Beschwerden von Fahrgästen über unfreundliche und womöglich etwas zu hemdsärmelig vorgehende Kontrolleure zurückgegangen. Die Kontrolleur seien auch in Sachen Freundlichkeit im Umgang mit Fahrgästen geschult worden.

Durch die verhängten „erhöhten Beförderungsentgelte“ - im Normalfall 60 Euro - flossen 1,06 Millionen Euro in die Üstra-Kasse – rund 540 000 Euro weniger als ein Jahr zuvor und 840.000 Euro weniger als noch 2017.

Nach außen hin macht sich der Schwarzfahrerrückgang vermutlich im Vergleich mit den anderen großen deutschen Städten positiv fürs „Image“ bemerkbar: In der Polizeilichen Kriminalstatistik schlug sich das bislang sehr negativ nieder, da in anderen Städte nicht so rigoros gegen Schwarzfahrer vorgegangen wird und weniger Strafanzeigen gegen Wiederholungstäter und Ticketfälscher starteten – das ließ Hannover bislang oberflächlich immer „krimineller“ erscheinen.

Ob die „Erwischt“-Zahlen in Hannover nur rückläufig sind, weil weniger kontrolliert wurde oder (auch) weil die Kunden ehrlicher geworden sind, ist offen.

Von Ralph Hübner