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Meine Stadt Busse und Bahnen gratis: War das der Einstieg in die Verkehrswende?
Hannover Meine Stadt Busse und Bahnen gratis: War das der Einstieg in die Verkehrswende?
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22:04 30.11.2019
Gut gefüllt: Die Auslastung der Bahnen lag bei 75 Prozent. Quelle: Mahrholz
Hannover

Daumen hoch für den kostenlosen Nahverkehr in Hannover und dem Umland. Tausende Menschen haben am Sonnabend das Angebot genutzt, gratis mit Bussen und Bahnen zu fahren. Entsprechend positiv ist das Fazit von Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region: „Hannover hat einen guten Einstieg in die Verkehrswende geschafft.“

Kapazitäten hochgefahren

 Üstra und Regiobus haben am Sonnabend ihre Kapazitäten erheblich aufgestockt und die Taktungen der Fahrzeuge stark verkürzt. Mehr Bahnen und Busse zahlten sich aus – sie waren voll, aber nie überfüllt.

Stempeln nicht nötig: Am Sonnabend waren alle Fahrten mit Bus und Bahn gratis. Quelle: Mahrholz

Zudem sorgten Straßensperrungen dafür, dass die öffentlichen Verkehrsmittel am Sonnabend immer Vorfahrt hatten. Das richtige Rezept, wie Franz meint: „Ein besseres Angebot, bessere Taktungen und Verkehrslenkung haben dazu beigetragen, dass die Verkehrssituation an einem Adventssamstag so entspannt war, wie wir es sonst nicht kennen.“

Test für Hannover und das Umland: Am Sonnabend fahren alle Busse und Bahnen kostenlos.

Ziel war es, vor allem diejenigen, die normalerweise keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, in die Busse und Bahnen zu locken. „Das ist ein in sich abgestimmtes Konzept“, so Volkhardt Klöppner, Vorstandsvorsitzender der Üstra. Die Auswertungen des Aktionstages haben erst begonnen, Klöppner nannte aber bereits erste Zahlen: Die Bahnen hatten eine Auslastung von etwa 75 Prozent. „Und wir haben 60 Prozent mehr Fahrgäste befördert.“

Bei den Sprintern lief alles rund

Richtig rund lief es auf den Sprinter-Linien 300, 500 und 700. Den reibungslosen Verkehr führt Elke Maria van Zadel auch auf die Straßensperrungen in der Innenstadt für die Autos zurück: Die verkehrslenkenden Maßnahmen und das Freihalten des Posttunnels hätten sich bewährt.

Freie Fahrt für Busse und Bahnen im Posttunnel. Quelle: Mahrholz

Mal ohne Ticket in die Bahn zu steigen – Lena Treutmann, ihre Schwester Maike Kinder sowie deren Söhne Henry (2) und Oskar (drei Monate) haben mitgemacht. Lena Treutmann, eigentlich Radfahrerin, wünscht sich in Zukunft jedoch keine kostenlosen Aktionstage, sondern dass die Preise für den ÖPNV generell günstiger werden.

Isabell Münkel hat eigentlich eine Monatskarte. Kostenlose Öffis findet sie dennoch klasse: „Sie sind prinzipiell eine gute Sache – am besten 365 Tage im Jahr.“

Isabell Münkel hat zwar ein Monatsticket – doch den freien Öffi-Tag findet sie trotzdem super. Quelle: Mahrholz

Eigentlich wäre Anita Kohlmeier mit dem Auto aus Minden nach Hannover gekommen, doch die 72-Jährige nutzte den Aktionstag und ist auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen: „Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass man heute in Hannover gratis fahren kann.“ Die Mindenerin wäre eigentlich nur zum Konzert in die Landeshauptstadt gereist, doch wegen der kostenlosen Busse und Bahnen ist sie schon tagsüber gekommen. „Da kann man jetzt in Hannover auch mal rumfahren. Das ist schön.“

Anita Kohlmeier ist aus Minden mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hannover gekommen. Quelle: Wojtczak

Auch die Park&Ride-Anlagen in der Region waren laut Conrad Vinken, Projektleiter der Region Hannover, bestens frequentiert. Er schätzt, dass statt mit dem Auto etwa 1000 Personen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City kamen. Das hatte auch zur Folge, dass die Parkhäuser der Innenstadt nicht komplett voll waren und die Zufahrtswege für Busse und Bahnen frei blieben. Aus Sicht der Polizei gab es keine Störungen. Der Verkehr lief nach Auskunft eines Sprechers „sehr gut“ – und es gab offenbar auch weniger Unfälle.

Kostenloser Nahverkehr: Neuauflage?

Klingt alles danach, dass es häufiger kostenlosen Nahverkehr in Hannover und im Umland geben sollte. Franz und Klöppner bremsen allerdings zu hohe Erwartungen. Zunächst müssten die Erkenntnisse des Aktionstages sorgfältig ausgewertet werden – das kann mehrere Wochen dauern. Zum anderen sei es ein echter Kraftakt gewesen, alles auf die Straße zu schicken, was man hat, erklärte Klöppner. Andererseits „sind wir stolz gewesen zu zeigen, was wir können“, so der Üstra-Chef.

Sonderschichten und Kaffee

Ein dickes Lob ging auch an alle Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen, die im Einsatz waren und teilweise Sonderschichten schoben. Regiobus-Geschäftsführerin Regina Oelfke und Denise Hain, Üstra-Vorstand für Betrieb und Personal, verteilten Kaffee und Lunchpakete an die Fahrer.

Von Britta Mahrholz und Stella-Sophie Wojtczak

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