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Meine Stadt Spannende Bücher für den Urlaub
Hannover Meine Stadt Spannende Bücher für den Urlaub
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16:18 16.06.2019
Er lebt: Sophie Hannah lässt den beliebten Privat-Detektiv wieder ermitteln. Quelle: Handout/Montage
Hannover

Auf dem Balkon oder auf der Terrasse, am Strand oder in den Bergen, im Trubel der Städte oder im Idyll der Natur: Mit der richtigen Reiselektüre macht der Urlaub erst richtig Spaß. Die NP stellt 11 neue Krimis,Liebesgeschichten, raffinierte Plots und biografische Werke vor. Viel Spaß beim Stöbern!

Verzwickt: „Das Geheimnis der vier Briefe“

Sophie Hannah: „Das Geheimnis der vier Briefe“, Atlantik, 368 Seiten, 16 Euro. Quelle: Handout

Die Autorin: Eigentlich könnte sie sich auf ihren eigenen Lorbeeren ausruhen – Hannahs Bücher erscheinen in mehr als 20 Ländern, viele wurden fürs Fernsehen verfilmt. Aber seit ihrem 13. Lebensjahr ist die Britin eine glühende Verehrerin der Krimikönigin Agatha Christie. Mit neuen Fällen für Meisterdetektiv Hercule Poirot tritt sie in die Fußstapfen ihres Idols.

Das Buch: Vier Täter und kein Mord. Der greise Barnabas Pandy ist in seiner Badewanne sanft entschlafen. Oder hat da jemand nachgeholfen? Vier Menschen werden des Mordes beschuldigt – in Briefen, die angeblich der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot geschickt hat. Natürlich bricht Panik bei den Adressaten aus – der Ruf des Ermittlers ist schließlich legendär. Sylvia Reagan vermutet ihren verhassten Schwiegersohn als Drahtzieher, der Aussteiger-Sohn eines Staranwalts verdächtigt seinen Vater, und da sind auch noch die Enkelin des vermeintlichen Mordopfers und ein Internatsleiter. Poirot fühlt sich herausgefordert, einen Mord zu klären, der nie angeklagt war. „Das Geheimnis der vier Briefe“ fordert auch die grauen Zellen des Lesers. Charme und Tonfall der 33 Original-Poirots aus Christies Feder trifft Hannah nicht wirklich, aber auch der dritte „neue“ Poirot lebt von schrulligen Personen und einem verzwickten Plot. amt

Fluch und Segen: „Der Stotterer“

Charles Lewinsky: „Der Stotterer“, Diogenes, 416 Seiten, 24 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Der Schweizer hat als Dramaturg und Regisseur am Theater gearbeitet, wurde später Autor von TV-Shows und Serien. Bekannt wurde der 73-Jährige mit dem Roman „Melnitz“, in seiner Heimat ist er ein Star.

Das Buch: Sprache ist für ihn Fluch und zugleich Segen – Johannes Hosea Stärckle stottert nämlich. Die Macht der Worte nutzt der Trickbetrüger, um mit fingierten Enkel-Briefen einsamen Seniorinnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und auch im Knast schreibt er sich aus der Affäre: Mit einer schriftlichen Lebensbeichte lullt er den Gefängnispfarrer ein, er verfasst Liebesbriefe für einen Gangster. Zwischendurch darf der Leser in Tagebucheinträgen hinter die Fassade blicken. Stärckle spinnt die Fäden des Netzes, in dem er sitzt. Literatur ist eben doch nur Lug und Trug. amt

Verliebt: „Nächstes Jahr in Havanna

Chanel Cleeton: „Nächstes Jahr in Havanna“, Heyne, 465 Seiten, 10,99 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Chanel Cleetons Familie stammt aus Kuba. Sie selbst wuchs in Florida auf und ging fürs Studium nach England.

Das Buch: Marisol war noch nie in Kuba, dem Land ihrer Vorfahren. Als Journalistin soll sie eine Geschichte über den Tourismus auf Kuba schreiben. Im Gepäck hat sie die Asche ihrer Großmutter Elisa, die 1959 geflohen war und zeitlebens davon geträumt hat, eines Tages in ihre Heimat zurückkehren zu können. Die Erzählung wechselt zwischen der jungen Elisa während der Revolution und Marisol, die auf ihrer Reise das Kuba heute kennenlernt. Beide Geschichten spielen vor dem Hintergrund politischer Ereignisse, sind aber eher klassische Liebesgeschichten, inklusive vieler Klischees. Perfekte, leicht und locker geschriebene Urlaubslektüre zum Abtauchen, zum Mitlieben und Mitleiden. mai

Rätselhaft: „Triff mich im Paradies“

Heine Bakkeid: „Triff mich im Paradies“, Rowohlt, 400 Seiten, 14,99 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Heine Bakkeid ist ein in Norwegen renommierter Jugendbuchautor. „Triff mich im Paradies“ ist sein zweiter Thriller.

Das Buch: Thorkild Aske war ein brillanter Ermittler, bis er unter Drogeneinfluss einen Verkehrsunfall mit Todesfolge verursachte. Sein Therapeut rät ihm, ein ungewöhnliches Jobangebot anzunehmen. Die weltweit erfolgreiche Bestsellerautorin Milla Lind sucht einen Rechercheur für ihren neuen Krimi, in dem es um einen realen Fall geht: Zwei Mädchen sind unter rätselhaften Bedingungen aus einem Heim verschwunden. Als Aske erfährt, dass sein Vorgänger in dem Job ebenfalls Ex-Polizist war und während der Recherche zu Tode kam, wird er skeptisch. Und auch das Leben des einstigen Verhörspezialisten scheint plötzlich nicht mehr sicher zu sein. jub

Mallorquinisch: „Mallorca bis in alle Ewigkeit“

Klaus Späne: „Mallorca bis in alle Ewigkeit“, Emons, 272 Seiten, 11,90 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Klaus Späne ist Journalist in Frankfurt, hat aber lange auf Mallorca gelebt und gearbeitet.

Das Buch: Ein Journalist wird ermordet. Der Krimi beginnt schnörkellos mit der Beschreibung der Tat. Es ist der erste Fall, in dem Kommissar Pau Ribera auf Mallorca ermittelt. Autor Klaus Späne versteht es vortrefflich, seinen Lesern Lebensart, Umstände und Probleme der Mallorquiner näher zu bringen. Da hört man in den engen Altstadtgassen sogar das Geschirr aus einem kleinen Fenster klappern. Der Mordfall lässt Ribera schließlich in die dunklen Seiten der mallorquinischen Vergangenheit eintauchen, die mit spanischem Bürgerkrieg, Franco-Regime und geflüchteten Nazis zu tun haben. Ein spannender, dichter Krimi, nicht nur für Mallorca-Urlauber. sli

Rasant: „Der Schrei des Engels“

Mons Kallentoft, Markus Lutteman: „Der Schrei des Engels“, Tropen, 351 Seiten, 15 Euro. Quelle: Handout

Die Autoren: Kallentoft und Lutteman sind gefeierte schwedische Krimiautoren. Ihre Reihe um Zack Herry soll verfilmt werden.

Das Buch: Dieser Fall ist wie gemacht für den bedingungslos handelnden Zack Herry. In Stockholms hochkriminellem Vorort Stallhagen wird eine junge Sozialarbeiterin verschleppt, schnell kursieren Videos mit Gewalt- und Vergewaltigungsszenen. Herry kämpft sich durch den verrohten Vorort und trifft auf den Clanchef Augias Longfellow, der dem Ermittler ein Zeitlimit setzt: Findet er die Frau nicht innerhalb von 24 Stunden, wird die Jagd auf ihn eröffnet. Zack Herry muss den Deal gewinnen, denn ihn und die Vermisste verbindet ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit. Mitreißend, spannungsgeladen – es wird Zeit für die Verfilmung! jub

Feinsinnig: „So viele Hähne, so nah beim Haus“

Marten T’Hart: „So viele Hähne, so nah beim Haus“, Piper, 288 Seiten, 22 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Der Niederländer ist der Sohn eines Totengräbers, studierte Verhaltensbiologie – und schrieb mit „Das Wüten der ganzen Welt“ 1993 einen internationalen Bestseller.

Das Buch: 18 Geschichten mit mehr oder weniger autobiografischer Färbung – T’Hart nimmt den Leser mit auf die Spuren seines Lebens, in seinen Geburtsort Maasluis oder auf Lesereise nach Stockholm. Seine feinsinnige Fabulierlust mutet altmodisch an, doch die Episoden aus einem analogen Zeitalter sind mit Schwung und Schalk geschrieben. Fans werden T-Harts Lieblingsthemen erkennen: Seine Leidenschaft für das Orgelspiel, sein Hadern mit dem niederländischen Protestantismus. Ob wirklich alles so passiert ist, wie es im Buch steht? Für den Lesegenuss ist das nicht wichtig. amt

Dänisch: „Blutmond“

Katrine Engberg: „Blutmond“, Diogenes, 536 Seiten, 24 Euro. Quelle: Handout

Die Autorin: Engberg ist ein Multitalent. Die 43-Jährige ist Tänzerin, Choreografin, arbeitet für TV und Theater und schreibt Romane.

Das Buch: Der zweite Fall des dänischen Ermittlerduos Jeppe Kørner und Anette Werner spielt in einem eisig kalten Januar. In Kopenhagen ist Fashion Week, die extravagante Modeszene trifft sich zu rauschenden Partys. Im Anschluss an die Premierenfeier bricht Designer Bartholdy unter Qualen im Schnee zusammen, kurz darauf trifft es eine Kollegin. Kørner , der eben von einem Australientrip zurück ist, steht vor der nächsten Stressprobe: Sein bester Freund scheint in die Morde verwickelt zu sein. Kollegin Werner hat mit körperlichen Problemen zu tun und scheut einen Arztbesuch. Viel Tempo, viele Wendungen: „Blutmond“ ist stärker als der Erstling „Krokodilwächter“. jub

Hochspannend: „Unit 8200“

Dov Alfon: „Unit 8200“, Rowohlt 478 Seiten, 16 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Geboren in Tunesien, wuchs Alfon in Paris und Ashdod (Israel) auf. Er war Geheimdienstoffizier bei der legendären Einheit 8200. Später wurde er Chefredakteur der israelischen Tageszeitung Haaretz und Cheflektor des israelischen Verlages Kinneret.

Das Buch: Am Flughafen Charles des Gaulle wird ein IT-Experte aus Israel ermordet. Während in Israel sofort alle Alarmglocken schrillen, scheint die französische Polizei genervt. Da mischt sich Hauptmann Zeev Abadi, der neue Chef der Unit 8200, in die Ermittlungen ein, der – zufällig? – gerade in Paris ist. Schnell tauchen Fragen auf: War der Ermordete nur ein Zufallsopfer? Sind die Chinesen in die Tat verwickelt? In 24 Stunden wächst der Fall zur diplomatischen Krise, auch in der Heimat Abadis brodelt es. Hochspannender Politthriller mit vielen Interna aus der Einheit 8200. mai

Gewaltig: „Desperation Road“

Michael Farris Smith: „Desperation Road“, Ars Vivendi, 277 Seiten, 22 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Michael Farris Smith ist vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und lebt mit seiner Familie in Columbia.

Das Buch: Elf Jahre saß Russell im Gefängnis, weil er einen Jugendlichen überfahren hat. Nach der Haftentlassung stellt er fest, dass der Bruder für seinen Rachezug auf ihn gewartet haben. Dann lernt er die obdachlose Maben kennen, die mit ihrer sechsjährigen Tochter und einer Pistole herumirrt. In ihrer Verzweiflung bedroht sie Russel, der zwar schnell Herr der Lage wird, aber Maben trotzdem helfen will – auch wenn das bedeutet, dass er in etwas hineingezogen wird, das er nicht im Griff hat. Eindringlich und mit gewaltiger Wucht gelingt Smith ein Porträt der Arbeiterklasse in den Südstaaten. In der Alkohol, Drogen, Wut und Brutalität an der Tagesordnung sind und Hoffnung ein Fremdwort ist. mai

Biografisch: „Herkunft“

Saša Stanišić: „Herkunft“, Luchterhand, 368 Seiten, 22 Euro. Quelle: Handout

Der Autor: Biografien wie seine sind in diesen Tagen hochaktuell. Saša Stanišić wurde 1978 im ehemaligen Jugoslawien geboren, seine Heimatstadt Višegrad gehört heute zu Bosnien und Herzegowina. Zu Beginn des Balkankrieges flüchtet er mit seinen Eltern – die Mutter ist muslimische Bosnierin, der Vater serbischen Glaubens – zu einem Onkel nach Heidelberg. In der Schule fördern Lehrer sein schriftstellerisches Talent. Er gewinnt mehrere Preise für seine Texte, 2006 schreibt er mit „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ seinen ersten Roman.

Das Buch: Es ist Biografie und Roman zugleich. Stanišić beschreibt seine Kindheit auf dem Balkan in der Zeit von Tito, die Leidenschaft für den Fußballverein Roter Stern Belgrad und den Eintritt in ein neues, anderes Leben in Deutschland. Eine Tankstelle in Heidelberg, ein Lehrer, der ihn ermuntert Gedichte nicht nur auf serbokroatisch zu verfassen, der Versuch einer Einbürgerung. Alles eint die Frage nach dem: Wo komme ich her? „Herkunft“ ist nicht nur feinsinnige Unterhaltung und Spaß an Sprache. Es ist auch ein Einblick in unfassbare Geschehnisse des Balkankriegs – nur wenige Hundert Kilometer von uns weg. mc

Von Andrea Tratner

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