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Meine Stadt Bröckel-Piste am Airport Hannover: Airlines wollen Schadenersatz
Hannover Meine Stadt Bröckel-Piste am Airport Hannover: Airlines wollen Schadenersatz
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15:18 25.07.2018
Gestrandete Urlauber in Langenhagen am Airport Hannover.
Langenhagen

In Langenhagen hatte die Nordlandebahn aufgrund eines Hitzeschadens am Betonbelag in der Nacht zu Mittwoch für gut zehn Stunden gesperrt werden müssen.

Ausweichlandungen, Verlegungsflüge, Bustransfers für Passagiere, Verzehrgutscheine, Hotelzimmer für Gäste, die länger am Urlaubsort bleiben müssen – für die Tuifly, deutsche Airline des weltgrößten Reisekonzerns Tui aus Hannover, sind bereits viele hunderttausend Euro zusammengekommen.

„Wir werden da auf den Flughafen zukommen“, sagt Unternehmenssprecher Aage Dünhaupt und klagt über eine „hohe finanzielle Belastung. Als Tuifly gehen wir davon aus, dass wir nicht auf den Kosten sitzenbleiben werden. Das können wir als Airline nicht wegstecken. Wir werden mit dem Airport Gespräche führen.“

Rund zehn Tuifly-Abflüge standen am Mittwoch in Langenhagen auf dem Flugplan. „Die Verspätungen werden sich den ganzen Tag hinziehen“, befürchtet Dünhaupt, auch wenn Tuifly „mit allen Kräften alle Möglichkeiten prüfe, um den Flugplan zu optimieren“.

Nach der Wiedereröffnung des Airports Hannover gegen drei Uhr am Mittwoch müssten in Langenhagen zahlreiche Maschinen zur gleichen Zeit abgefertigt werden, das bringe Abfertiger und auch die Luftsicherheitskontrolle an ihre Kapazitätsgrenzen.

In der Nacht zu Mittwoch waren drei Tuifly-Maschinen vom Typ Boeing 737-800 zu den Flughäfen Münster/Osnabrück und Hamburg umgeleitet worden. Für Passagiere gab es einen Bustransfer nach Hannover. Zwei Jets seien auf Mallorca und den Kapverdischen Inseln (Boa Vista) später als geplant gestartet, um erst nach der Reparatur der Nordbahn in Langenhagen einzutreffen.

Bei der Fluggesellschaft Sunexpress waren zwölf Flüge mit mehr als 2000 Passagieren betroffen. Zielen seien Antalya, Izmir, Samsun-Carsamba und Gaziantep gewesen, sagte eine Sunexpress-Sprecherin auf NP-Anfrage. „Die Passagiere wurden soweit es uns möglich war proaktiv informiert und werden, mit zum Teil großen Verspätungen, zu ihren Zielorten geflogen. Außerdem ist in einer derartigen Situation mit Folgeverspätungen auf Grund von Rotationsengpässen zu rechnen.Derzeit prüft Sunexpress die Rechtslage und etwaige Regressforderungen“, so die Sprecherin weiter.

Flughafen-Chef Raoul Hille: "Es ist völlig normal, dass Unternehmen das prüfen. Aber wir stellen unseren Airline-Kunden ja auch keine Rechnung, wenn sie ihre Flüge verschieben."

Von Andreas Körlin

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