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Meine Stadt Bogenschütze vor dem Rathaus hat seine Waffe wieder
Hannover Meine Stadt Bogenschütze vor dem Rathaus hat seine Waffe wieder
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00:26 27.04.2018
Zielt wieder auf das Rathaus: Restauratorin Vera Fendel hat dem Bogenschützen seine Waffe wiedergegeben. Unbekannte hatten diese im Oktober 2017 stark beschädigt.
Zielt wieder auf das Rathaus: Restauratorin Vera Fendel hat dem Bogenschützen seine Waffe wiedergegeben. Unbekannte hatten diese im Oktober 2017 stark beschädigt. Quelle: Foto: Landeshauptstadt Hannover
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Der Bogenschütze vor dem Neuen Rathaus zielt wieder in Richtung Dienstzimmer von Oberbürgermeister Stefan Schostok. Restauratorin Vera Fendel hat der Skulptur am Dienstag ihre Waffe zurückgegeben, die unbekannte Täter Ende Oktober 2017 so sehr beschädigt hatten, dass sie demontiert werden musste.

Fendel ist auf archäologische und kunsthandwerkliche Objekte spezialisiert. Sie hatte von der Stadt den Auftrag für die Reparatur bekommen. Der gebrochene Bogen musste neu verschweißt, die Patinierung angeglichen und eine neue, patinierte Bogensehne aufgezogen werden.

Kopien der Skulptur in Potsdam und Dresden

Entworfen hat die Plastik vor dem Neuen Rathaus der Berliner Künstler Ernst-Moritz Geyger. Der Zeitpunkt ist allerdings nicht eindeutig geklärt. 1895 soll Geyger sie erschaffen haben, oder erst 1902. Der Bogenschütze gilt als das bekannteste Werk des Künstlers. Nach Hannover kam dieses durch einen privaten Ankauf, nach 1918. Kopien der Plastik gibt es unter anderem am Neustädter Elbufer in Dresden sowie in Schloss Sanssouci in Potsdam.

In Hannover wurde der Bogenschütze zunächst an der Mauer am Engesohder Friedhof aufgestellt, 1955 kam die Plastik zum Waterlooplatz, bevor sie 1967 zum Neuen Rathaus umzog, weil sie dem Bau der U-Bahn im Wege war.

Umzug vor das Landesmuseum scheiterte

Die frühere Kulturdezernentin Marlis Drevermann wollte die Skulptur zwischenzeitlich im Maschpark vor dem Landesmuseum aufstellen. Das allerdings sorgte für viel Ärger seitens der Politik, die das verhinderte. Vor dem Rathaus darf der Bogenschütze nun auch erstmal bleiben. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hatte am Freitag dazu im Kulturausschuss nachgehakt. Dezernent Härke versicherte, dass kein Umzug des Kunstwerkes geplant sei.

Von Christian Bohnenkamp