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Meine Stadt Böllerverbot in Hannover: Stadt und Polizei ziehen positives Fazit
Hannover Meine Stadt Böllerverbot in Hannover: Stadt und Polizei ziehen positives Fazit
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15:30 01.01.2019
Großaufgebot: Die Polizei hatte zahlreiche Beamte im Einsatz, um an Silvester das Böllerverbot in Hannovers Innenstadt durchzusetzen. Quelle: Heidrich
Hannover

Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften hat die Polizei in der Silvesternacht in Hannover ein Böllerverbot in großen Teilen der Innenstadt durchgesetzt. Nicht nur das Zünden von Feuerwerk, sondern auch das Mitführen war in diesem Bereich untersagt. Während in den Vorjahren vor allem am Kröpcke, am Steintor sowie vor dem Hauptbahnhof ein regelrechter Böllerkrieg geherrscht hatte, ging es diesmal deutlich ruhiger zu. Stadt und Polizei zogen ein positives Fazit.

Durch das Böllerverbot war es an Silvester deutlich ruhiger in Hannovers Innenstadt.

„Ich bin mit dem Einsatzverlauf sehr zufrieden. Die Mitbürgerinnen und Mitbürger haben im überwiegenden Teil großes Verständnis für die Kontrollen an den Zugängen zur Verbotszone für Feuerwerkskörper gezeigt und waren sehr kooperativ“, lobte Gwendolin von der Osten, die als Chefin der Polizeiinspektion Mitte den Einsatz in der Innenstadt leitete.

Polizei entsorgt rund 1000 Raketen und Böller

Nahezu alle Besucher der Verbotszone hätten von vornherein auf Silvesterböller und Raketen verzichtet. Wer nicht davon wusste oder sich nicht daran hielt, musste seine Feuerwerkskörper abgeben. Laut Polizei geschah das überwiegend bereitwillig. Etwa 500 Raketen und ebenso viele Böller seien in mit Wasser gefüllten Tonnen entsorgt worden.

Schilder, die die Verbotszone kennzeichneten, hatte die Stadt nicht aufgestellt. Allerdings informierte die Polizei permanent per Lautsprecherwagen darüber, dass dieses ab 20 Uhr am Silvestertag bis drei Uhr an Neujahr gelte. Überall an neuralgischen Punkten war Bereitschaftspolizei mit Helmen postiert, zahlreiche Mannschaftstransporter standen bereit, um die Einsatzkräfte schnell verlegen zu können. „Kommunikation war heute unser wichtigstes Einsatzmittel“, sagte von der Osten.

Ab in die Tonne: Die Polizei entsorgt Silvesterraketen, die sie am Kröpcke Feiernden abgenommen hat. Quelle: Heidrich

Auch die Stadt zog eine positive Bilanz des Böllerverbotes in der Innenstadt, das sie angeordnet hatte. „Deutlich entspannter“ als in den Vorjahren sei das Geschehen zwischen Bahnhof und Opernplatz nach Aussagen der Polizei gewesen, erklärte Ordnungsdezernent Axel von der Ohe. „Überwiegend fröhliche Menschen, die ohne Angst vor gefährlichen Situationen durch Feuerwerkskörper gefeiert haben, bestätigen uns: Das Verbot war richtig und erfolgreich“.

Von der Ohe lobte auch das „in aller Regel große Verständnis der Feiernden“ sowie das „umsichtige Verhalten“ der Polizei. Vor dem Hintergrund „der erfolgreichen Bilanz und dem durchweg positiven Echo in Politik und Bevölkerung“, wolle man nun zusammen mit der Polizei die „Erfahrungen auswerten und Schlüsse für den nächsten Jahreswechsel ziehen“, kündigte der Dezernent an.

Weniger Auswärtige kommen zum Böllern nach Hannover

Ein wesentliches Ziel des Böllerverbotes war, dass weniger Auswärtige nach Hannover kommen sollten, um dort in der Innenstadt ihr Feuerwerk zu zünden. Das hat offenbar funktioniert. Laut Bundespolizei war das Reiseaufkommen am Silvesterabend deutlich geringer als in den Vorjahren.

Auch zu problematischen Verlagerungen des Geschehens an andere Orte kam es durch das Böllerverbot nach Einschätzung der Polizei nicht. Zwar wurde rund um den Bereich, zum Beispiel an der Goseriede, am Marstall oder in der Langen Laube, viel Feuerwerk gezündet. Brenzlig wurde die Situation dort aber nicht.

Rückgang der Rettungsdienst-Einsätze

Dass auch die Feuerwehr einen „deutlichen Rückgang“ bei den Einsätzen im Rettungsdienst verzeichnete, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass das Böllerverbot Wirkung zeigte.

Stimmung wollte unter diesen Umständen am Kröpcke zwar nicht aufkommen, als der Zeiger der Uhr den Jahreswechsel einläutete. Einige wenige hatten Wunderkerzen mitgebracht, die auch in der Böllerverbotszone erlaubt waren. Stimmungsvoll war es allerdings auch in den Vorjahren nicht gewesen. Dafür wesentlich gefährlicher.

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Von Christian Bohnenkamp