Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Biber ist zurück in Hannover
Hannover Meine Stadt Biber ist zurück in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 21.03.2011
Von Andreas Krasselt
Dieser Baum wurde von einem Biber gefällt. Quelle: Nabu/Bräuning

Von Andreas Krasselt

HANNOVER. „Die Tiere kommen wahrscheinlich von der Elbe hierher“, sagt Hannovers Nabu-Chefin Karola Herrmann: „Dort hatten die einzigen Bestände in Deutschland überlebt.“ Jahrhundertelang war der Biber begehrtes Jagdwild. Nicht nur wegen seines dichten Pelzes, auch trickreiche Mönche schätzten ihn als Fastenspeise – wegen seines schuppigen Schwanzes hatten sie ihn einfach zum Fisch erklärt.

Die ersten ungesicherten Sichtungen im Bereich der Leine gab es vor mehr als zehn Jahren. Doch erst 2008 verdichteten sich die Hinweise, es wurden angenagte Baumstämme gefunden. Schließlich konnte im Sommer 2009 die erste Biberburg entdeckt werden. Jahrelang hielten die Naturschützer ihr Geheimnis unter Verschluss. Zu groß war die Sorge, Neugierige könnten auf der Suche nach den Bauten die scheuen Tiere wieder vertreiben. Doch nun lässt sich ihre Anwesenheit kaum noch verbergen. So hatten sie etwa die Alte Leine mit ihrem Damm im Sommer um bis zu 80 Zentimeter angestaut.

Überschwemmungsgefahr bestehe dadurch nicht, betont Karola Herrmann. „In der Hochwasserperiode bauen sie die Dämme wieder ab, schließlich wollen sie ja nicht ihren eigenen Bau fluten.“ Nur dessen Zugänge liegen unter Wasser. Und damit das so bleibt, bauen sie die Dämme – zur Regulierung des Wasserpegels.

Dennoch sind Konflikte mit Landwirten denkbar, da die Tiere nicht nur Nutzholz fällen, sondern auch ufernahe Äcker untergraben und Feldfrüchte fressen. Die Region Hannover bemühe sich daher um den Ankauf des entsprechenden Feldstreifens. Und Nabu-Chefin Herrmann hat schon Pläne: „Es wäre schön, wenn wir dann dort eine Aussichtsplattform bauen könnten.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!