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Meine Stadt Bewusstloser auf Gleise gelegt: Verdächtige wieder frei
Hannover Meine Stadt Bewusstloser auf Gleise gelegt: Verdächtige wieder frei
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17:24 14.10.2019
Rätselhafte Tat in Kirchrode: Von wem und warum ein bewusstloser Mann auf die Bahngleise gezerrt wurde, ist unklar. Quelle: Elsner
Hannover

Auf den ersten Blick stellt sich die Tat wie ein heimtückischer Mordversuch dar. Ein bewusstlos geschlagener Mann soll nach einer Prügelei gezielt auf die Straßenbahngleise gelegt worden sein. Doch der Vorfall, der sich am Samstagabend in Kirchrode bei einem Trinkgelage lettischer Leiharbeiter ereignete, lässt sich für die Ermittler nur mühsam rekonstruieren. „Es gibt bislang keinen dringenden Tatverdacht gegen eine bestimmte Person wegen eines bestimmten Delikts. Wir wissen nicht, wer hier was getan hat“, so Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.

Die Ermittlungen laufen, kommen aber nicht zuletzt wegen Verständigungsproblemen mit den Beteiligten nur mühsam voran. Nur so viel ließ sich bislang zweifelsfrei klären: Das spätere Opfer (27) hatte mit zwei weiteren lettischen Landsleuten (33, 37) am Samstagabend in einer Wohnung an der Tiergartenstraße ordentlich Alkohol gebechert. Gegen 22 Uhr kippte offensichtlich die feucht-fröhliche Stimmung – der 27-Jährige geriet mit den beiden anderen Männern in Streit, der schließlich in einer Schlägerei gipfelte, bei der das Opfer offenbar K.o. ging.

Wer hat das Opfer auf die Straße gezogen?

Was dann genau passierte, gibt den Ermittlern noch Rätsel auf. Ein Taxifahrer, der die Polizei alarmiert hatte, sagte zwar aus, der 27-Jährige wäre auf die Straße – offenbar direkt auf die Gleise – gezerrt worden. Näher beschreiben konnte er den oder die Täter allerdings nur sehr vage. „Ob es sich um die beiden Männer handelt, mit der das Opfer vorher in Streit geraten war, wissen wir nicht“, sagt Klinge. Momentan sei nicht einmal zweifelsfrei erwiesen, dass der Mann gezielt auf den Gleisen abgelegt wurde. Mehr als ein Körperverletzungsdelikt könne daher bislang noch nicht nachgewiesen werden. „Und selbst da ist noch unklar, wer was gemacht hat und worum es ging“, so der Oberstaatsanwalt.

Die Polizei hatte den hilflosen 27-Jährigen kurz vor einer heranfahrenden Straßenbahn in Sicherheit gebracht. Eine erste Vernehmung der beiden lettischen Schläger gestaltete sich wegen der Sprachbarriere schwierig. Das Opfer, das mit Kopfverletzungen im Krankenhaus liegt, wurde bis Montagmittag noch gar nicht vernommen. Wie viele Personen neben den drei identifizierten Männern noch in der Wohnung waren oder anderweitig an der Tat beteiligt waren, ist unklar. „Wir müssen noch eine Reihe weiterer möglicher Zeugen aus der Unterkunft befragen, die hoffentlich dazu beitragen, den Hergang aufzuklären“, so Klinge. „Es ist und bleibt aber schwierig.“ Die beiden Tatverdächtigen habe man daher erst einmal wieder freilassen müssen.

Ruhige Gegend in Kirchrode: Anwohner im Umfeld des Tatortes an der Tiergartenstraße sind schockiert. Quelle: Michael Wallmüller

Anwohner schockiert

In der Kirchroder Wohnsiedlung war die Tat am Montag das Straßengespräch. „Ich war erschüttert, als ich davon gelesen habe“, sagte die Angestellte eines Blumenladens. Der Bewusstlose war auf der Tiergartenstraße in Höhe Kühnsstraße von der Polizei gerettet worden. Eigentlich eine ruhige, unscheinbare Ecke in Kirchrode – gepflegte Einfamilienhäuser mit großzügigen Gärten, dazwischen einige in die Jahre gekommene Wohnblöcke. „Hier ist es doch total friedlich“, sagte eine Anwohnerin sichtlich beunruhigt. „Dass so etwas ausgerechnet hier passiert, hätte ich nicht gedacht. Das ist schon ein seltsames Gefühl.“ Ein anderer Anwohner zeigte sich von dem Vorfall weit weniger überrascht: „Die Gewalt nimmt in der Gesellschaft ja leider insgesamt zu. Jetzt ist sie auch bei uns in Kirchrode angekommen.“

Von André Pichiri

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