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Meine Stadt Bei der Venture Villa gibt es Geld für Start-ups
Hannover Meine Stadt Bei der Venture Villa gibt es Geld für Start-ups
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09:29 18.02.2019
SCHLÄGT SICH GUT: Ferry Nesenhöner, Mitgründer des Startups Innocado, erklärt  in der Venture Villa die Idee seines Startups.
SCHLÄGT SICH GUT: Ferry Nesenhöner, Mitgründer des Startups Innocado, erklärt in der Venture Villa die Idee seines Startups. Quelle: Foto: Petrow
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HANNOVER

Die Kapuzenpulli- und Sneaker-Dichte ist hoch an diesem Abend in der Venture Villa am Rand der Eilenriede. Rund 100 Menschen haben sich versammelt, viele sind in das klassische Startup-Ensemble gekleidet. Das liegt in der Natur der Sache: Hier treffen junge Gründer aus der IT-Szene auf mögliche Interessenten und Investoren, um ihre Unternehmensideen zu präsentieren und Geld einzusammeln – eine Art „Höhle der Löwen“ im Live-Modus.

Geldspritze kann bis 100.000 Euro betragen

Zum fünften Mal hat ein Team der Venture Villa bis zu vier Start-ups ausgewählt, die 100 Tage lang Infrastruktur und kostenfreie Büroräume sowie das Know-how von Mentoren nutzen können, um an ihrem Geschäftsmodell zu feilen. Auch eine Anschub-Finanzierung von 35.000 Euro für sechs bis zehn Prozent der Anteile gibt es, macht sich ein Team besonders gut, kann die Geldspritze durch die Venture Villa sogar bis zu 100.000 Euro betragen – das Geld für die Förderung stammt von Hannover Impuls und privaten Investoren.

Und am letzten der 100 Projekttage folgt das große Finale: der Demoday Batch (Stapel von Präsentationen), bei dem die Jungunternehmer ihre Ideen vor Publikum und einer dreiköpfigen Jury zeigen. Hinterher gibt es eine Ehrung für den Tagesbesten und möglicherweise eine Anschlussfinanzierung, über die aber nicht an diesem Abend entschieden wird – live ist eben doch anders als im TV.

Jurymitglieder fragen nach

Als erstes Startup tritt Innocado aus Hannover an: Das Unternehmen will die Art und Weise, wie Mitarbeiter in einem Unternehmen sich vernetzen und gegenseitig helfen können, revolutionieren. Der erste Pilotkunde ist die Nord/LB. Mit einer klassischen Powerpoint-Präsentation zeigt Mitgründer Ferry (voller Name: Ferry Nesenhöner, aber in der Venture Villa wird geduzt) den Nutzen des „Mensch-Ideen-Matchings“, die Ziele (100 Unternehmenskunden bis 2023) und die gewünschte Investitionssumme (600.000 Euro).

Die drei Jurymitglieder (darunter Florian Nöll, Vorstand des Bundesverbandes Deutsche Startups) fragen nach: Warum sollten Mitarbeiter mitmachen? Sind die Preise gestaffelt? Ab welcher Unternehmensgröße macht das Sinn? Ferry Nesenhöner kann überzeugen – tatsächlich wird Innocado zum Tagessieger gekrönt und hängt die Konkurrenten QuizCo (Lern-App aus Hannover), enwork (automatisiert den Bewerbungsprozess, Marburg) und GameBuddy (soziales Netzwerk für Gamer aus Bremen) ab.

Ein Tagessieg sagt in der Venture Villa nichts über den späteren Erfolg oder Misserfolg aus – alle zehn Startups, die hier eine finanzielle Förderung erhalten haben, sind noch operativ tätig.

Von Inken Hägermann