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Meine Stadt Baustellenchaos Ricklingen: Fahrraddemo gegen Notlösung
Hannover Meine Stadt Baustellenchaos Ricklingen: Fahrraddemo gegen Notlösung
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17:39 31.10.2019
Umstrittene Sperrung:Die Betonriegel am Grünen Hagen in Ricklingen sollen weichen, um den baustellengeplagten Bezirk zu entlasten. Doch die Anwohner wehren sich. Quelle: Archiv
Hannover

Um im baustellengeplagten Ricklingen für Entlastung zu sorgen, wollen Bezirksrat und Verwaltung in der nächsten Woche die Sperrungen der Fahrradstraße „Am Grünen Hagen“ wieder abbauen. Damit will man die Bevölkerung beruhigen: Mehrfach hatten staugepeinigte Anwohner und Geschäftsleute auf Hilfe gepocht, sogar eine Online-Petition gestartet. Doch die angekündigte Lösung geht aus Sicht der Anwohner im „Grünen Hagen“ auf ihre Kosten – sie fühlen sich in der derzeit verkehrsberuhigten Straße recht wohl. Sie kündigen Widerstand an und rufen mit dem ADFC zur Fahrrad-Demo am Samstag auf.

Auslöser des Ärgers war die baustellenbedingte Vollsperrung der Straße „In der Rehre“ südlich des Ricklinger Friedhofs im Sommer. Insgesamt eineinhalb Jahre bleibt sie dicht. Sehr zum Unmut von vielen Wettbergern und Ricklingern, denen sie bis dato als Hauptverkehrsader in Richtung Osten und Süden diente. In Verbindung mit anderen Baustellen, wie dem Üstra-bedingten Umbau der Göttinger Chaussee, verlängert sich die Fahrtzeit für viele Anwohner inzwischen ins Unerträgliche.

Gleichzeitig sperrte die Stadtverwaltung die Parallelstrecke „Am Grünen Hagen“ nördlich des Ricklinger Friedhofs mit Betonriegeln, um dort Schleichverkehr zu verhindern.

Davon aber ist sowohl der Bezirksrat als auch die Stadtverwaltung wieder abgerückt – auch auf Wunsch vieler Wettberger. Auf einer Versammlung kündigten Bezirksrat und Verwaltung im Beisein von OB-Vertreterin Sabine Tegtmeyer-Dette die Aufhebung der Sperrungen an. Am 7. November wird offiziell darüber abgestimmt.

„Vom Durchgangsverkehr erdrückt“

Sehr zur Sorge der Anwohner der Oberricklinger Straße Grüner Hagen: Sie befürchten, dass ihre Fahrradstraße „vom Durchgangsverkehr erdrückt“ werde, so Anwohnerin Rita Tasler. „Sollten die Sperren aufgehoben werden, würden täglich mehrere tausend Pkw, Transporter und Lkw durch die Fahrradstraße fahren, Radler, Fußgänger und vor allem Kinder gefährden“, so Tasler. Erlebt habe man diese Situation im vergangenen Herbst, als die Straße „In der Rehre“ schon einmal gesperrt war.

Um ihre Position zu unterstreichen, haben die „Grün-Hagener“ eine Fahrraddemonstration organisiert, die am Samstag im Grünen Hagen stattfinden wird. Eingeladen habe man auch die OB-Kandidaten Belit Onay und Eckard Scholz, um sie wegen der Wahlkampfbegrifflichkeiten „Fahrradstadt“ und „Verkehrswende“ in die Pflicht zu nehmen.

ADFC unterstützt den Prostest

Auch der ADFC unterstützt das Anliegen und fordert Stadtverwaltung und Politik auf, die Sperrungen beizubehalten, so Leiterin Swantje Michaelsen: „Mit Blick au.f das städtische Ziel, den Radverkehr auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen, würde damit ein deutliches Signal gesendet.“

Doch noch Kompromiss-Lösung?

Rückt damit eine friedliche Lösung der Baustellenproblematik in weite Ferne? Nicht, wenn die Betroffenen noch einen anderen Ausweg finden. Auf diesen hofft zumindest der Wettbergener Sven Niemeyer, Initiator der Online-Petition „Verkehrschaos stoppen“: „Mittlerweile geht der Ton zwischen Oberricklingern und Wettbergern leider in eine Richtung, die uns alle so nicht zufriedenstellen kann“, sagt er. Deshalb hat er Bürger aus beiden Lagern zu einem Gespräch am Dienstagabend eingeladen, um eine kreative Lösung zu erarbeiten. „Wir wollen hier friedlich miteinander leben, und das auch nach der Baustellenphase.“

Von Simon Polreich

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