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Meine Stadt Baumfällung: Stadt macht bei sich eine Ausnahme
Hannover Meine Stadt Baumfällung: Stadt macht bei sich eine Ausnahme
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15:12 26.03.2019
Ziemlich viel Holz: Auf dem Gelände des Neubaus der Sophienschule hat die Stadt 41 Bäume und 32 Sträucher gefällt.
Ziemlich viel Holz: Auf dem Gelände des Neubaus der Sophienschule hat die Stadt 41 Bäume und 32 Sträucher gefällt. Quelle: Wahlmüller
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Hannover

Der Kahlschlag auf dem Gelände im Zooviertel, auf dem die neue Sophienschule entstehen soll, sorgt weiter für hitzige Diskussionen. Auf Nachfrage der CDU und von Anwohnern im Bezirksrat Mitte musste die Verwaltung am Montag einräumen, dass sie sich selbst eine Ausnahmegenehmigung für das Abholzen von 41 Bäumen und 32 Sträuchern erteilt hat – obwohl ein Bauantrag für das Projekt noch gar nicht genehmigt wurde.

Die Stadt hält die Baumfällungen dennoch für rechtmäßig. Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahme gemäß Baumschutzsatzung seien erfüllt gewesen, weil es einen gültigen Bebauungsplan gebe, der eine Schule auf dem Grundstück erlaubt.

CDU: große Sporthalle mit Tribüne nicht notwendig

Die CDU hat Zweifel daran. Denn für den Schulneubau muss der Bebauungsplan noch geändert werden. Auf dem Gelände wird auch eine große Dreifeldsporthalle entstehen, inklusive Tribüne. Von ihr sollen nicht nur die Schüler profitieren, sondern vor allem auch Sportvereine. Um das rechtlich abzusichern, soll ein neuer Bebauungsplan beschlossen werden.

Ohne diese Änderung könne der Neubau aber „gar nicht in der geplanten Form realisiert werden“, argumentierte CDU-Mann Joachim Albrecht – und deshalb hätten auch die Bäume noch nicht gefällt werden würden. Für den Schulbetrieb sei so eine große Sporthalle mit Tribüne „nicht notwendig“, so Albrecht.

Stadtplanerin Ulrike Roth verteidigte das Vorgehen: „Egal wie man die Gebäude stellt: Es wäre immer Baumbestand betroffen“, sagte sie. Zudem habe auch schon der Rat dem Bau der Schule in der geplanten Form zugestimmt. Das sah auch Wilfried Engelke (FDP) so. „Sowohl der Rat als auch der Bezirksrat haben mit ihren Stimmen schon beschlossen, wie die Schule aussehen soll“, sagte er.

Lärmschutz: Schranke soll Gelände abriegeln.

Anwohner kritisierten außerdem, dass Bäume gefällt und Beschlüsse gefasst wurden, obwohl noch gar kein endgültiges Lärmschutzgutachten vorliege. Sie fürchten, dass es zu deutlich mehr Verkehr und Lärm kommt, weil auf dem Gelände „nicht mehr nur 300, sondern bald 1300 Schüler untergebracht werden“.

Auch den Bezirksrat sorgt sich um den Lärm. Das Gremium beschloss mit großer Mehrheit, dass am Parkplatz an der Turnhalle eine Schranke installiert wird, die um 22 Uhr schließt. „Wer danach noch sein Auto stehen lässt, wird das sicher nur einmal machen“, glaubt Engelke. Außerdem beschloss der Bezirksrat, dass in der Schackstraße künftig nur noch Tempo 30 erlaubt sein soll.

Von Christian Bohnenkamp