Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Bahnstreik: Genervte Fahrgäste in Hannover
Hannover Meine Stadt Bahnstreik: Genervte Fahrgäste in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:42 08.10.2014
Hannover

„Das ist echt nur noch nervig“, sagte ein gestrandeter Fahrgast wütend. Sein Problem: Die meisten Hotels in der City waren gestern Abend ausgebucht. Bis heute Morgen, 6 Uhr, dauerte der Ausstand. Doch auch danach werde es noch „erhebliche Störungen und Einschränkungen im Berufsverkehr“ geben, sagte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg. Die Beeinträchtigungen dürften „bis in die Mittagszeit reichen“. Während etliche Bahnkunden genervt reagierten, zeigten sich die Taxifahrer zufrieden.

„Wir freuen uns schon seit Tagen auf den Streik“, sagte Ibrahim Kurt aus Hannover, der auf gute Geschäfte hoffte. Die Bahn zahlt gestrandeten Kunden Taxifahrten bis zu 80 Euro. Das ganz große Chaos ist gestern in Hannover zwar ausgeblieben, die meisten Leute hatten sich offenbar auf den Streik eingestellt, doch an den Info-Ständen bildeten sich lange Schlangen ratloser Reisender. Da die Züge nach Beginn des Streiks in der Regel den jeweils nächsten Bahnhof angefahren haben, stehen sie heute Morgen nicht immer dort, wo sie fahrplanmäßig sein sollen. Die Normalisierung des Zugverkehrs ist „eine große Herausforderung“, so Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Am schnellsten wird sich vermutlich der S-Bahn-Verkehr in der Region Hannover wieder normalisieren. Sprecherin Brunkhorst: „Je kürzer die Laufwege von Zügen sind, desto schneller geht das.“

Taxifahrer Ibrahim Kurt (52) gehörte ganz sicher zu den Profiteuren des Streiks, der gestern Abend um 21 Uhr begann. Er sagte: „Heute ist der Tag des Taxifahrers, wir freuen uns schon seit Tagen auf den Streik und sind sehr gut darauf vorbereitet.“

Maria Schilowski (21) hoffte, dass ihr Zug noch fahren würde – hatte allerdings kein Glück. Auch sie zählte zu den Gestrandeten. Immerhin: Von der Bahn gab es einen Verzehrgutschein in Höhe von zwei Euro – und das Angebot, mit dem Taxi in ihre Heimatstadt zu fahren. „Mein Gemüt ist damit besänftigt“, sagte die junge Frau.

Bescheid wusste Zeitsoldat  Jeremy Werner aus Nienburg: „Ich wollte eigentlich später fahren, zur Sicherheit mach ich mich aber jetzt schon auf den Weg in die Kaserne.“,  Für Marcus Gaipl aus Vahrenwald, seit zehn Jahren Lokführer, ist es der erste Streik, bei dem er mitmacht. So ganz wohl in seiner Haut fühlte er sich dabei offenbar nicht. „Ich könnte den Zug hier stehen lassen“, sagte er, „fahre ihn aber noch aufs Abstellgleis.“

Auf den Bahngleisen gab es immer wieder ratlose Fahrgäste, die Hilfe beim Zugersonal suchten. Auch vor dem Info-Schalter im Hauptbahnhof, wo die Bahn Kaffee verteilte, bildeten sich lange Schlangen. Sie konnten mitverfolgen, wie sich die Streikenden gelbe GDL-Westen überzogen und Banner mit der Aufschrift „Dieser Betrieb wird bestreikt“ durch den Bahnhof trugen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!