Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Bahn-Aufzug mehr als ein Jahr lang defekt
Hannover Meine Stadt Bahn-Aufzug mehr als ein Jahr lang defekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:10 22.02.2019
Fritz Kracke, Barbara Sibbe und Ruth Roszczyka ärgern sich über den fehlenden Aufzug am S-Bahnhof Misburg-Anderten Quelle: Rainer-Droese
Hannover

Die Wut auf die Deutsche Bahn wächst. Seit Juni des vergangenen Jahres ist der Aufzug am S-Bahnhof Misburg-Anderten außer Betrieb. Auch zuvor war der Fahrstuhl schon mehrfach ausgefallen. Doch solange mussten die Anwohner noch nie ohne ihn auskommen. Noch bis Juli dauert es nach Angaben der Bahn, ehe der Aufzug erneuert ist. „Ich bin seitdem nicht mehr mit der Bahn gefahren, weil ich die Treppen mit meinem Rollator nicht schaffe“, ärgert sich Ruth Roszczyka. Die 83-Jährige wohnt direkt in der Nähe des Bahnhofes. Doch sie nimmt aktuell lieber die Stadtbahn oder fährt gar nicht.

Aufzug sollte im Januar fertig sein

Karin Schröder geht derzeit auf Krücken und muss demnächst öfter nach Lehrte ins Krankenhaus. Auch sie fragt sich schon, wie sie das machen soll. „Ich muss wohl mit den Taxi fahren“, sagt sie. Knapp 40 Treppenstufen sind zu bewältigen, um vom Bahnsteig nach oben zurück auf die Höversche Straße zu kommen. Ohne Hilfe ist das für Rollstuhlfahrer oder Senioren ein nahezu unüberwindbares Hindernis. „Wenn ich da unten am Bahnsteig stehe, frage ich mich, wie ich das schaffen soll“, erklärt Barbara Sibbe. Früher habe es immerhin eine steile Rampe zum Bahnsteig gegeben. Doch selbst die ist nicht mehr da.

Auch bei Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite (SPD) sind schon mehrere Beschwerden angekommen. „Für moblitätseingeschränkte Personen ist die Treppe nicht zu bewältigen.“ Er hofft nun, dass die Bahn langsam „in die Strümpfe kommt“. Doch das dauert noch. Denn eigentlich wollte die Bahn den Fahrstuhl im Januar erneuert haben. Nun soll der Aufzug allerdings erst im Juli wieder fahren.

Für Einbau muss Oberleitung abgeschaltet werden

Denn neben dem Fahrstuhl selbst müsse auch der gesamte Aufzugsschacht erneut werden, teilt die Bahn mit. Dort war an einigen Stellen Wasser eingedrungen, sodass das Metall angegriffen gewesen sei. „Es hat kaum Informationen gegeben. Die Bahn lässt uns im Stich“, kritisiert Fritz Kracke, Vorsitzender des Anderter Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt. Der 82-Jährige hat viele Klagen von Senioren aus der Nachbarschaft des Bahnhofes gehört.

Wie die Bahn einräumt, habe es bei ersten Betonarbeiten am neuen Aufzugschacht Mängel gegeben, sodass das neue Schachtgerüst nicht rechtzeitig gebaut werden konnte. Ein weiteres Problem: Für den Einbau muss die Oberleitung abgeschaltet werden – die Züge können während dieser Zeit nicht fahren. Wann die Strecke gesperrt werden kann, musste die Bahn neu abstimmen. Somit könne erst ab dem 11. März mit der Montage begonnen werden.

Bis Juli können sich Rollstuhlfahrer etwa bei der Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn melden, wenn sie Hilfe benötigen. „Da ruft aber keiner regelmäßig an“, ist sich Dickneite sicher. Die meisten Fahrgäste würden wahrscheinlich auf Alternativen umsteigen – oder gar nicht fahren. Die Bahn empfiehlt den „barrierefreien Ausstieg“ an der benachbarten Stationen Karl-Wiechert-Allee und Ahlten. Von dort könne etwa mit Stadtbahn und Bus weitergefahren werden. Allerdings nicht ohne erhebliche Zeitverzögerung.

Von Sascha Priesemann

Matze Knop, ins Konzert von Heinz Rudolf Kunze, die Blütenpracht Südostasiens – oder zum Kinderfest ins Museum August Kestner: Am Wochenende ist in und um Hannover wieder jede Menge los. Unsere Tipps.

22.02.2019

Messerattacke am Hauptbahnhof am Donnerstagnachmittag: Dabei wurde ein 44-jähriger Mann verletzt. Der Täter wurde gefasst.

21.02.2019

Anwohner der Oststadt kümmern sich um Wohnungslosen an der Eilenriede und wollen ihm ein normales Leben ermöglichen. Doch es gibt auch Skepsis und Kritik.

21.02.2019