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Meine Stadt Bäcker wünschen sich längere Öffnungszeiten am Sonntag
Hannover Meine Stadt Bäcker wünschen sich längere Öffnungszeiten am Sonntag
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09:40 20.07.2018
Quelle: dpa
Hannover

Für Marco Langrehr ist die Sache klar: „Wir sehen absolut Bedarf, sonntags fünf Stunden zu öffnen“, sagt der Geschäftsführer der Bäckerei Langrehr (19 Verkaufsstellen in der Region Hannover). Den Vorstoß der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), die Öffnungszeiten für Bäckereien am Sonntag von drei auf fünf Stunden zu verlängern, unterstütze er „in vollem Umfang“.

Andere Bundesländer, andere Zeiten

Derzeit würden die Langrehr-Filialen, die sonntags Brötchen verkaufen, von acht bis elf Uhr öffnen: „Je nach Stadtteil ist das für manche zu früh – die wollen erst um zwölf Brötchen ho­len. Für andere ist es eher zu spät, die würden auch früher kommen.“ In vielen anderen Bundesländern – etwa Hessen oder Nordrhein-Westfalen – seien die Regelungen flexibler: „Wir hinken da in Niedersachsen total hinterher, das geht nicht.“ Er hätte auch keine Probleme, Mitarbeiter für die Sonntagsdienste zu finden: „Die meisten arbeiten wegen der Zu­schläge gern an dem Tag.“

Ähnlich sieht das Marion Borchers, die mit ihrem Mann die Bäckerei Borchers (sechs Niederlassungen) führt: „Wir würden sonntags gern fünf Stunden öffnen. Es soll jeder selbst entscheiden, wann er verkaufen möchte.“ Bäckereien stünden stets im Wettbewerb mit Tankstellen, die rund um die Uhr Brötchen verkaufen dürften.

Bundesweite Regelung gefordert

Heinz Essel, Geschäftsführer der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord, drängt auf eine bundesweit einheitliche Regelung: „Der Verbraucher findet es grässlich, wenn in jedem Bundesland etwas anderes gilt.“
Der UVN-Vorstoß richtet sich auch auf die grundsätzlichen Sonntagsöffnungen: Derzeit sind pro Kommune vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlaubt – anlassbedingt. Das benachteilige „Großstädte und Städte mit weit auseinanderliegenden Bereichen wie Salzgitter“. In Garbsen etwa ist es schwierig, einen Einzelanlass zu finden, der mehr Bürger anlocken würde als ein verkaufsoffener Sonntag bei Möbel-Hesse. Und zum Scilla­blüten­fest in Linden dürfen zwar die Läden im Stadtteil öffnen – aber nicht in der Innenstadt.

Das Sozialministerium betont, dass man bei dem neuen Gesetzentwurf „eine gesamtverträgliche Lösung unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerrechte und Händlerinteressen“ anstrebe. Die Bedarfe größerer Städte sollten dabei ebenso berücksichtigt werden wie die von kleineren Kommunen. Verdi hingegen setzt sich dafür ein, dass der Sonntag möglichst arbeitsfrei bleib: „Die Sonntagsruhe hat Vorrang.“

von Inken Hägermann