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Meine Stadt BUND wirft Hannover vor, den Öko-Umbau zu verschleppen
Hannover Meine Stadt BUND wirft Hannover vor, den Öko-Umbau zu verschleppen
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00:22 02.05.2018
KRITISIERT DIE STADTVERWALTUNG: BUND-Vorstandsmitglied Georg Wilhelm
KRITISIERT DIE STADTVERWALTUNG: BUND-Vorstandsmitglied Georg Wilhelm
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HANNOVER

Der Einsatz der chemischen Keule auf Ackerflächen gerät immer mehr in Verruf, nicht erst seit der Diskussion um Glyphosat oder des erst vor wenigen Tagen von der EU erlassenen Verbots insektengefährdender Neonikotinoide auf Freilandflächen.

Schon vor einem Jahr hat auch der Rat der Stadt Hannover den Umstieg auf Öko-Landwirtschaft auf stadteigenen Äckern beschlossen. Doch was auf städtischen Grünflächen schon umgesetzt wird, ist auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht ganz so einfach. Denn diese Äcker sind verpachtet.

Dennoch wirft der BUND nun der Verwaltung Tatenlosigkeit vor, da scheinbar noch nichts passiert ist. „Es drängt sich stark der Eindruck auf, dass die Stadtverwaltung den Ratsbeschluss nicht umsetzen sondern aussitzen will“, so BUND-Vorstand Georg Wilhelm.

Nach dem Ratsbeschluss sollen die Ackerflächen nach Auslaufen der Pachtverträge öffentlich angeboten und vorrangig an Landwirte vergebe werden, die dort Ökolandbau betreiben wollen. Trotz der meist sehr kurzen Laufzeiten der Pachtverträge habe es aber noch kein einziges öffentliches Angebot gegeben, kritisiert der BUND.

Die Stadt weist den Vorwurf zurück. „Eine Umstellung lässt sich nicht von heute auf morgen erzwingen“, verweist Sprecher Dennis Dix auf rechtliche Rahmenbedingungen. „Zudem darf eine Umstellung nicht die Existenz von bestehenden Betrieben gefährden.“

Daher setzt die Verwaltung beim Umstieg auf Beratung durch die Landwirtschaftskammer. Bereits am 26. 9. 2017 seien alle Pächter zu einer Informationsveranstaltung über die Ziele des Agrikulturprogramms eingeladen gewesen. Dabei habe der Berater der Landwirtschaftskammer auch erläutert, dass eine erste Umstellungsberatung für Pflanzenbau von der Kammer zu 100 Prozent der Nettokosten gefördert werde.

In diesem Jahr soll den Pächtern zunächst die Prüfung einer Umstellung ermöglicht werden. Um die Umwandlung der Ackerflächen zu beschleunigen, wurde die dreijährige Laufzeit der Pachtverträge auf ein Jahr verkürzt. Noch dieses Jahr soll der Politik ein Stufenkonzept zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Von Andreas Krasselt