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Meine Stadt Andenken: Nachlass von Egon Franke unterm Hammer
Hannover Meine Stadt Andenken: Nachlass von Egon Franke unterm Hammer
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06:00 28.11.2018
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Hannover

Manchmal entdeckt man erst, wenn man ein Haus ausräumen muss, welche Schätze sich darin verbergen. Rolf Franke, Sohn des ehemaligen Bundesministers Egon Franke, ordnet seit acht Wochen den Nachlass seiner Eltern. „Ich kann gar nicht selbst alles behalten“, sagt er. „Allein die Fotos füllen zwei Rollcontainer.“ Jetzt will er einen Teil der Andenken versteigern lassen.

Bei der Auktion im Kunsthaus Kastern (Beginn am Sonnabend um 11 Uhr) kann jeder Symbole politischer Macht, Kuriositäten und Kostbares erstehen. Wie wäre es mit einer silbernen Zigarettendose, die einst Kanzler Helmut Schmidt seinem Minister für innerdeutsche Beziehungen schenkte? Oder einem Tisch und einem Stuhl aus dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn? Einem Original-Bembel aus dem Blauen Bock mit dem Schriftzug von Heinz Schenk? Oder einem von einem guten Dutzend Orden?

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Egon Franke auf dem Schützenfest.

Bei der Vorbesichtigung in den Auktionsräumen an der Baringstraße 6 (City) gab es leises Getuschel. Warum gehen solche Raritäten nicht an ein Museum oder eine Stiftung, fragten sich etliche. Rolf Franke gab der NP die ehrliche Antwort: „Niemand hatte Interesse.“ Fast 25 Jahre hätten alle Devotionalien im Haus seiner Mutter gestanden und gelegen. Erst nachdem Elfriede Franke im August mit 92 Jahren gestorben war, habe er alles gründlich gesichtet. „Man musste jedes Stück Papier in die Hand nehmen.“

Der Sohn behält viele Fotos, Bilder, Bücher und Dinge aus dem persönlichen Besitz seiner Eltern. Ein Teil der Schriftstücke und Akten sei schon nach Egon Frankes Tod 1995 an die Friedrich-Ebert-Stiftung gegangen, ein anderer an Hannovers SPD.

Versteigerung: Erbe von Egon Franke kommt unter den Hammer. Quelle: Behrens/Dröse

Von der Auktion im Kunsthaus Kastern verspricht sich Rolf Franke, „dass Erinnerungen in vernünftige Hände kommen“. Und dass er von dem Erlös die fällige Renovierung des elterlichen Haues ein Stück weit bezahlen kann. „Das eingebaute Panzerglas wird blind. Wir müssen alle Fenster erneuern.“

Von Vera König