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Meine Stadt Das Herz der Straße feiert Geburtstag
Hannover Meine Stadt Das Herz der Straße feiert Geburtstag
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21:34 20.06.2019
25 Jahre Asphalt: Mitarbeiter und Herausgeber auf der Bühne in Hannovers HCC. Quelle: Behrens
HANNOVER

Als es rund um den hannoverschen Hauptbahnhof weithin sichtbar schmuddelig war, die Gegend dort von einer Vielzahl Junkies, Säufer und Obdachlosen bevölkert wurde, schlug die Stunde von „Asphalt“. Ein Straßenmagazin, gemacht und verkauft in erster Linie von Gescheiterten und Perspektivlosen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich etwas zur Sozialhilfe dazu zu verdienen – und ihnen ein Stück weit Selbstachtung zurückzugeben.

Asphalt wird in 14 Städten Niedersachsens verkauft

Das war vor 25 Jahren, heute ist das monatliche Straßenmagazin mit seiner Auflage von 22 500 Exemplare fester publizistischer Bestandteil Hannovers – und durchaus eine Erfolgsgeschichte, wie Diakoniepastor und Mitherausgeber Rainer-Müller Brandes findet. Asphalt erreicht immerhin rund 50 000 Leser in 14 Städten Niedersachsens, sogar in Aurich, Emden, Leer und Wilhelmshaven, dort dann mit regionalen Einschüben statt Hannover-Themen. Das Motto aber ist überall gleich: „Das Magazin ist die sozialpolitisch kritische Stimme“, sagt der Diakoniepastor.

Aufmerksam: Diakoniepastor Rainer-Müller Brandes (links, blaues Hemd), Ex-Landesbischöfin Margot Käßmann, Ministerpräsident Stephan weil und Asphalt-Geschäftsführer Georg Rinke feierten den Asphalt-Geburtstag im HCC. Quelle: Behrens

500 geladene Gästen feiern im HCC Geburtstag

Rund 160 Verkäufer sind niedersachsenweit im Dienst des Magazins unterwegs, alles Menschen mit brüchigen Biografien. Viele sind oder waren wohnungslos. Alle sind von Armut betroffen und verdienen sich mit dem Verkauf bis heute ein paar Euro zum Lebensunterhalt dazu. Sie, die Stützen des Magazins, waren ebenso am Donnerstagabend unter den rund 500 Feiernden im HCC wie Ministerpräsident Stephan Weil und die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, die neben dem hannoverschen Kabarettisten Matthias Brodowy dritte Mitherausgeberin des Magazins ist. Käßman war tagsüber noch auf dem Kirchentag in Dortmund.

25 JAHRE DAS HERZ DER STRASSE: Diakoniepastor Rainer-Müller Brandes (links) Asphalt-Geschäftsführer Georg Rinke haben am Abend mit 500 Gästen Geburtstag gefeiert. Quelle: Behrens

In 25 Jahren sechs Millionen Exemplare verkauft

„25 Jahre das Herz der Straße“ – passender hätte das Motto des Abends für das soziale Projekt nicht betitelt werden können. Seit Gründung wurden rund sechs Millionen Exemplare verkauft, rund 3000 Verkäufern hat das Magazin in dieser Zeit eine sinnvolle Aufgabe gegeben. Und: Seit 2005 gibt es den sozialen Stadtrundgang, 36 700 Teilnehmer waren dabei, seit 2006 geht Asphalt auch in die Schule – 6300 Schüler wurden auf diese Weise erreicht. Eine Randerscheinung ist das Magazin nicht mehr.

Magazin hat zwischen 3000 und 4000 Unterstützer bislang

Wie breit die gesellschaftliche Akzeptanz inzwischen ist, zeigt auch die Zahl der 3000 bis 4000 Spender in den vergangenen 25 Jahren, die die Arbeit unterstützen – auch wenn es nicht die regelmäßige anonyme Großspende ist von 25 500 Euro wie im Sommer 2017, sondern es sich eher um Beträge im zwei- und (niedrigen) dreistelligen Bereich handelt. Die Zeitschrift der Straße braucht zwar Geld für ihre Arbeit, der Anspruch aber ist ohnehin ein anderer und seit 25 Jahren unverändert – nämlich ausgegrenzten Menschen ein kleines Erfolgserlebnis zu geben. Um es mit den Worten von Margot Käßmann auszudrücken: „Sie betteln nicht um Geld, sondern verkaufen eine Zeitung, die inhaltlich sehr gut gemacht ist.“

Während des Weltkongresses der Straßenzeitungen in Hannover im Juni, hatte Timothy Harris aus Seattle – dort ist Harris Herausgeber des „Real Change“ – die Asphalt-Redaktion besucht.

Von Andreas Voigt

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