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Ansturm auf das Impfportal: Kein Vorrang mehr für Warteliste

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16:37 26.04.2021
Impftermine über das Onlineportal zu buchen ist gar nicht so einfach.
Impftermine über das Onlineportal zu buchen ist gar nicht so einfach. Quelle: dpa
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Hannover

Das Internetportal des Landes Niedersachsen muss mit einer hohen Zahl von Anfragen wegen Terminen für Covid-19-Impftermine fertig werden. Dabei ist auch der versprochene Vorrang bei der Terminvergabe für Menschen auf der Warteliste gekippt worden.

Allein am Montag hat es laut Auskunft der Firma Majorel, dem technischen Dienstleister, der den Service für das Land eingerichtet hat und diesen sowie die Telefon-Hotline dazu betreibt, zwischen 8 und 10 Uhr rund vier Millionen Zugriffe gegeben. Außerdem seien kurz nach dem Update des Systems wegen der nun möglichen Astrazeneca-Termine (siehe unten) gegen elf Uhr binnen zehn Minuten 800 Termine vergeben worden.

Noch mehr Zugriffe erwartet

Gernot Wolf, Sprecher von Majorel (gehört zu gleichen Teilen zum Bertelsmann-Konzern und der Saham-Groupaus Marokko), erwartet, dass die Zugriffszahlen weiter steigen: „Das werden mehr, denn wir dringen zunehmend in jüngere Zielgruppen vor“ – und dort sind die Menschen geübter im Umgang mit Online-Diensten. Die Kapazität dafür sei vorhanden: „Das System kann 300.000 Termine pro Stunde vergeben“, sagt Wolf. Die Service-Hotline, für die mittlerweile über 800 Mitarbeiter tätig seien, schaffe etwa 40.000 Gespräche und Buchungen pro Tag. „Selbst wenn wir da 5000 Leute einsetzen würden kämmen wir damit nicht an das Online-System ran.“

Kein Vorrang mehr für Warteliste

Seit Ende vergangener Woche können impfberechtigte Menschen über das Impfportal Niedersachsen kurzfristig selbst freigewordene Termine buchen und seit Montag zudem Menschen, die 60 Jahre oder älter und bereit sind, sich den Corona-Impfstoff Vaxzevira von Astrazeneca verabreichen zu lassen. Allerdings ist der vom Gesundheitsministerium am Freitag gegenüber der NP in diesem Zusammenhang erklärte Vorrang für Impfwillige mit Wartelistenplatz wieder gekippt.

Die Vorgabe lautete, dass freie Termine zunächst mit Menschen besetzt werden, die passende Termine (Tage und Zeiten) bei ihrer Anmeldung angegeben haben. Diese Abfrage kann das System „binnen Millisekunden“ absolvieren, erklärt Wolf eine entsprechende Anfrage. Allerdings hab man das abgeschaltet.

Beschwerden: zu spontan!

„Wir haben das zunächst gemacht – doch dann gab es immer mehr Beschwerden: Den Leuten waren plötzlich angebotene Termine in zwei, drei Stunden oder auch in zwei, drei Tagen zu kurzfristig“, erklärt der Majorel-Sprecher. Obwohl die Leute bei der Anmeldung entsprechende Zeitoptionen angegeben hätten. 

Darum habe man dann die Terminbörse für die Kurzfrist- oder auch Spontanbucher eingerichtet mit der Möglichkeit, sich selbst einen Termin zu buchen – sofern verfügbar. Wolf: „Das funktioniert hervorragend. Alle, die impfberechtigt sind, sollten das versuchen und ab und an da draufschauen und selbst einen Termin fest machen.“ Allerdings, das zeitigen viele Versuche der NP, gleicht das Finden eines freien Impftermins einem Glücksspiel.

Von Ralph Hübner