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Meine Stadt Anschlag in Halle: Widerliche Attacke auf unsere Werte
Hannover Meine Stadt Anschlag in Halle: Widerliche Attacke auf unsere Werte
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20:08 09.10.2019
Tote in Halle, und auch in Landsberg sind nach Schüssen Polizeispezialkräfte (Bild) im Einsatz. In Hannover (Bild unten) sichert die Polizei vorsorglich eine Synagoge. Der Antisemitismus ist in Deutschland eine reale Bedrohung und erfordert noch mehr Wachsamkeit, meint NP-Chefredakteur Bodo Krüger in seinem Kommentar. Quelle: /dpa
Hannover

Es sind Szenen, die wir in Deutschland niemals wieder erleben wollten: Ein schwer bewaffneter Neonazi attackiert eine Synagoge. Sprengsätze detonieren, Gewehrschüsse treffen die Tür des Gotteshauses. Am Ende sterben mindestens zwei Menschen. Und das ausgerechnet am Jom Kippur. Dem höchsten jüdischen Feiertag – dem Tag der Versöhnung. Was für ein schreckliches Verbrechen. Was für ein widerlicher Anschlag auf jüdisches Leben in Deutschland – und unsere Werte.

Entsprechend groß ist das allgemeine Entsetzen nach den Ereignissen von Halle. Doch wirklich überrascht darf niemand sein. Denn längst hat sich die fiese Fratze des Antisemitismus wieder in den deutschen Alltag geschlichen. Judenfeindliche Vorfälle häufen sich und sind mittlerweile fast an der Tagesordnung. Menschen mit Kippa werden attackiert, Rabbiner bespuckt und bedroht. Und im Schnitt alle zwei Wochen wird in Deutschland ein jüdischer Friedhof verwüstet.

Engagement gegen Judenfeindlichkeit in Hannover

Warnungen hat es gegeben. Rebbeca Seidler zum Beispiel engagiert sich seit Jahren in Hannover gegen Judenfeindlichkeit. Sie beklagte kürzlich gegenüber der NP eine „neue Dimension von Antisemitismus“ und forderte: „Wir müssen wachsamer werden“. Spätestens seit den Morden von Halle wissen wir, wie real die Bedrohung ist, von der sie sprach – und dass wir nicht wachsam genug waren.

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Von Bodo Krüger

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