Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Angehende Landwirte messen sich bei Wettbewerb
Hannover Meine Stadt Angehende Landwirte messen sich bei Wettbewerb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 12.02.2019
Anneke Eggers baut an ihrer Bodensonde. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Hannover Was der Song „Yesterday“ von den Beatles mit Landwirtschaft zu tun hat? Erst einmal nicht viel. Für 180 angehende Landwirte aus der Region Hannover und Schaumburg spielte das Lied am Dienstag jedoch eine Rolle. Es war Teil einer von vielen Fragen, die sie beim Berufswettbewerb der Landjugend beantworten mussten. Und bei diesem Test, den die Auszubildenden und landwirtschaftlichen Berufsfachschüler über einen Vormittag in der Justus-von-Liebig-Schule in Ahlem absolvierten, ging es auch um die Allgemeinbildung: So wie eben Musikstücke den richtigen Interpreten zuordnen.

Rhetorik wird wichtig

Der weitaus größere Teil des Wettbewerbs drehte sich aber um die Landwirtschaft. Wann beginne ich mit dem Düngen? Wie sieht Roggen aus? Was für Böden gibt es? Dies mussten die jungen Männer und Frauen sowohl in theoretischen als auch bei praktischen Aufgaben wie den Bau einer Bodensonde erklären. „Die Bodensonde gehört in jedes Auto eines Landwirts. Sie misst die Verdichtung des Bodens“, sagt Andreas Teichler, Berater der Berufsausbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Denn wenn zur falschen Zeit und zu oft mit dem Trecker über den Acker gefahren wird, könnte dies dem Feld schaden.

Johann Lukas Kulow schaut, um welches Getreide es sich hier handelt. Quelle: Frank Wilde

Sehr wichtig war dem Landvolk in diesem Jahr der Vortrag über den eigenen Ausbildungsbetrieb. „Die rhetorischen Fähigkeiten werden für uns Landwirte immer wichtiger. Wir müssen den Menschen erklären, warum wir etwas machen und dass wir nichts Verbotenes tun“, sagt Kreislandwirt Werner Meier. Denn oftmals werde die Schuld für diverse Missstände zu Unrecht bei den Bauern gesucht. „Wir müssen aus dem Rechtfertigungsecho raus“, sagt Teichler.

Mehr Frauen unter den Landwirten

Dass das Erklären an Bedeutung gewonnen hat, ist bei den Auszubildenden angekommen. „Eine gute Landwirtin macht auch gute Öffentlichkeitsarbeit. Sie erklärt Fachfremden, warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind“, erklärt Femke Schweer. Wie man das erreichen kann? Etwa mit Führungen durch den Tierstall oder über die Feldmark.

Die 19-Jährige und ihre Kollegin Marlin Weyberg sind eine der wenigen Frauen unter den angehenden Landwirten. „Aber es wird mehr, bei uns in der Ausbildungsklasse sind es etwa ein Viertel“, versichert Weyberg. Dennoch geht nicht jeder Ausbildungsbetrieb so offen mit Frauen um. „Einige verzichten auf Frauen oder meinen, dass sie bestimmte Aufgaben nicht machen können. Statt Trecker fahren sollen sie dann im Stall helfen“, sagt Weyberg. Das sei aber alles „Schwachsinn“. Frauen könnten die Aufgaben genauso erledigen wie auch Männer.

Am Dienstag lösten Patrick Hüber, Jonathan Schulze Lutum und Jan-Philipp Klöpper ihre Aufgaben am besten. Sie haben sich damit für den Landesentscheid qualifiziert.

Die Auszubildenden sitzen an ihren Arbeitsblättern. Quelle: Wilde

Von Sascha Priesemann