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Meine Stadt Hohe Haftstrafe für Todesfahrer aus Seelze
Hannover Meine Stadt Hohe Haftstrafe für Todesfahrer aus Seelze
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16:49 18.04.2019
Angeklagt: Waldemar S., neben ihm sein Anwalt Dogukan Isik, bedeckt zu Prozessbeginn sein Gesicht. Quelle: Foto: Frankenberg
Hannover

Vor Gericht, so lautet ein Sprichwort, bekomme man keine Gerechtigkeit, sondern ein Urteil. Auch im viereinhalbstündigen Prozess gegen den Angeklagten Waldemar S. (32) stand am Ende nicht die Gerechtigkeit, sondern eine „deutliche Strafe“, wie es Amtsrichterin Maria Kleimann nannte. Drei Jahre und sechs Monate wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Wegen seiner Alkoholsucht muss er zudem einen Entzug machen.

Drei Jahre und sechs Monate, weil sich S. am Abend des 30. September 2017 mit mindestens 1,68 Promille und ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein, hinter das Steuer seines Skoda setzte und über die Kreisstraße zwischen Döteberg und Seelze fuhr. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Drei Neffen des Angeklagten, Kevin und Dennis S. sowie Daniel D., die zum Unfallzeitpunkt zwölf, 14 und 15 Jahre alt waren, überlebten teils schwer verletzt. Ihr Freund, Waldemar E. (14), erlag drei Tage später seinen Hirnverletzungen. Dabei wollten die Jungen nur kurz eine Ballpumpe holen.

„Meine Worte können den Schmerz nicht lindern“

Zu Beginn der Verhandlung las S. mit russischem Akzent und sichtlich betroffen seine Einlassung vor. „Ich habe schon immer getrunken, mit 14 Jahren angefangen“, sagte er. In den Wochen vor dem Unfall habe er täglich nach der Arbeit Schnaps getrunken. „Nie jedoch vor meiner Tochter.“ An den Unfall könne er sich nicht erinnern. Seit der Tat stelle er sich täglich dieselbe Frage: Was habe ich nur getan? „Die Welt dreht sich seitdem weiter, aber für mich ist sie stehen geblieben. Die Schuld verfolgt mich jeden Tag. Ich schäme mich und mir ist bewusst, dass meine Worte den Schmerz nicht lindern können. Ich entschuldige mich bei allen Betroffenen“, sagte er.

Seine Trunkenheitsfahrt am 30. September 2017 war jedoch kein tragischer Einzelfall. In der Vergangenheit war er immer wieder betrunken Auto gefahren. Neun einschlägige Straftaten gehen auf sein Konto. „Sie sind über Jahre hinweg sehenden Auges in ihr Unglück gelaufen. Den Preis dafür musste am Ende ein Kind zahlen“, so die Richterin. Sogar nach dem tödlichen Unfall setzte S. sich erneut, zwar nüchtern, ans Steuer, um seine kranke Mutter zu besuchen. Man müsse andere Menschen vor ihm schützen, in diesem Punkt stimmte er der Richterin nach anfänglichem Zögern zu. Deshalb erteilte ihm das Gericht eine lebenslange Führerscheinsperre. „Suchen Sie sich einen neuen Schwerpunkt in ihrem Leben. Das Auto wird es nie wieder sein.“

Mutter des Getöteten bricht weinend zusammen

Nach dem Urteil brach die Mutter des Getöteten weinend zusammen. Während der Verhandlung hatte sie ein gerahmtes Bild ihres Sohnes auf dem Schoß gehalten. An die Hinterbliebene gerichtet, sagte die Richterin: „Wir wissen, dass nichts in der Welt ihnen ihr Kind zurückgeben kann.“ Am Ende des Prozesses stand zwar ein drastisches Urteil – aber auch lebenslängliches Leid.

Von Britta Lüers

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