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Meine Stadt Steintorplatz: Jetzt sind Hannovers Bürger gefragt
Hannover Meine Stadt Steintorplatz: Jetzt sind Hannovers Bürger gefragt
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06:03 06.09.2018
Dialog mit Bürgern: Stadtbaurat Uwe Bodemann (rechts) im Gespräch mit Folker Thamm. Am Mittwoch erklärte die Stadt wie die Aktionswoche auf dem Steintorplatz ablaufen soll. Quelle: Behrens
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Hannover

Was soll aus Hannovers Steintorplatz werden? Darauf sollen in der kommenden Woche Antworten gefunden werden. Vom 12. bis 16. September geht der Bürgerdialog in eine entscheidende Phase. Geplant ist eine große Aktionswoche auf der prominenten und umstrittenen Fläche in der Innenstadt. „Den Prozess sichtbar machen“, nennt es Stadtbaurat Uwe Bodemann.

Und das ist tatsächlich wortwörtlich gemeint. Denn auf dem Platz wird ein Team aus mehreren Handwerkern im Einsatz sein, das Ideen von Bürgern mit Baumaterial tatsächlich in die Tat umsetzen soll, zumindest als erstes Modell. Weitere Experten werden auf Basis der Vorschläge von Teilnehmern der Aktionswoche Zeichnungen und Computersimulationen anfertigen, so dass erste Bilder davon entstehen werden, wie das Steintor und die angrenzenden Bereiche künftig aussehen könnten.

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Schutz bei Regen: So soll die Gerüstinstallation aussehen, die für die Aktionswoche auf dem Steintorplatz errichtet werden soll. Quelle: Behrens

„Der ganze Platz wird zum Labor“, verspricht Klaus Overmeyer, Geschäftsführer des Berliner Büros Urban Catalyst, das den Bürgerdialog im Auftrag der Stadt organisiert. Für die Aktionswoche wird am Steintor auch eine Installation aus Gerüsten aufgestellt, die zum Beispiel bei schlechtem Wetter Schutz bieten soll. Und weil man nach Erfahrung des Experten für Bürgerdialoge „beim Essen besonders gut ins Gespräch kommt“, wird es an den Aktionstagen jeweils um 13 Uhr auch einen kostenlosen Mittagstisch geben, für den umliegende Gastronomien Snacks liefern. Bezahlt wird das aus dem Budget der Stadt für den Bürgerdialog, das rund 500.000 Euro umfasst.

Bei Diskussionen und Gesprächen im Vorfeld der Aktionswoche hat sich bereits ein klarer Trend herausgestellt. „Die Bürger schätzen den Platz als freien Raum“, berichtet Overmeyer. Dass als Ergebnis des Bürgerdialogs herauskommt, dass der Platz doch noch bebaut werden soll, ist also ziemlich unwahrscheinlich. Allerdings haben Overmeyer und sein Team auch einen klaren Wunsch nach Veränderung festgestellt. „Der einzige Ort auf dem Platz, wo sich die Leute derzeit einen Aufenthalt vorstellen können, ist die Eisdiele“, so der Experte.

Stadt will keine Planung im stillen Kämmerlein

Vor allem „mehr Grün“ wünschten sich die Befragten. Ein Staudengarten, mehr Bäume – oder soll es gleich einen kleinen Wald geben? „Darüber müssen wir reden“, kündigt Overmeyer an. Ein weiteres wichtiges Thema seien Veranstaltungen, die auf dem Steintorplatz stattfinden sollen.

Neben dem Mittagstisch sollen auch Studenten, Kinder und Jugendliche Ideen zur Entwicklung des Platzes beisteuern. Für sie wird es jeweils morgens ab 11 Uhr Workshops geben. Rundgänge mit verschiedenen Themenschwerpunkten sind geplant, außerdem Diskussionsrunden mit Experten am Abend.

Ziel des Bürgerdialogs ist laut Stadtbaurat Bodemann, „eine DNA für den Steintorplatz zu finden“. Auf deren Basis soll es dann 2019 einen Architektenwettbewerb geben, in dem konkrete Entwürfe für eine Umgestaltung entstehen sollen. Bodemann will „die Menschen, die sich engagiert haben, auch in diese Planungsphase integrieren“. Es wäre seiner Ansicht nach „nicht sehr intelligent“, die Planung im „stillen Kämmerlein“ fortzuführen.

Von Christian Bohnenkamp

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