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Meine Stadt AfD-Parteitag: Zooviertel wird zur Festung
Hannover Meine Stadt AfD-Parteitag: Zooviertel wird zur Festung
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19:46 29.11.2017
Protest gegen die AfD kündigt sich schon seit Tagen an.
Protest gegen die AfD kündigt sich schon seit Tagen an.
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Hannover

„Unser Hannover ist bunt und solidarisch. Die AfD ist hier nicht erwünscht.“ Werner Preissner, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hofft auf Tausende, die den Protest gegen den AfD-Bundesparteitag unterstützen. Die Alternative für Deutschland tagt am Wochenende im Hannover Congress Centrum. Das Treffen und die Demonstrationen dagegen werden das Zooviertel zur Festung geraten lassen.

Seit Wochen bereiten verschiedene Organisationen die Gegenwehr vor. Das Bündnis reicht von DGB über Parteien, Wohlfahrts- und Jugendverbänden bis zu linken Gruppierungen. Alle haben sich auf friedlichen Protest verständigt – doch diese Abmachung könnte schon am Sonnabend frühmorgens beendet sein.

Die Polizei ist auf Krawalle und Randale vorbereitet: Rund ums Hannover-Congress-Centrum sperrt sie Straßen, auch der Stadtpark wird zur Tabuzone erklärt – das Zoo-Viertel wird zur Festung. Ungehindert wird nicht mal der Stadtbahnverkehr laufen. Die Linie 11 wird eingestellt. Busse halten am Sonnabend nicht am Emmichplatz.

Das Bündnis „Unsere Alternative heißt Solidarität“ will die AfD-Delegierten mit Blockaden an drei Zufahrtsstraßen behindern. „Wir leisten zivilen Ungehorsam“, sagt Sprecher  Torben Hansen. Die Aktionen sind als Kundgebungen angemeldet.

Anders als beim Protest gegen den AfD-Bundesparteitag im November 2015 führt die Großdemo nicht von der City zum Theodor-Heuss-Platz, sondern umgekehrt. „Wir hoffen auf deeskalierende Wirkung“, so DGB-Chef Reiner Eifler. Er rechnet mit Gegendemonstranten aus ganz Deutschland – allerdings nicht mit 19 000 Teilnehmern wie bei der Anti-Pegida-Demo im Januar 2015. Damals hatte es fast 20 Wortbeiträge gegen die Islam-gegner gegeben – diesmal sollen es zum Auftakt und Abschluss nur jeweils drei sein. OB Stefan Schostok habe „ keinen Redebedarf angemeldet“, so Eifler.

„Wir stehen auf Kriegsfuß mit Rechtsradikalen, Rechtspopulisten und Nationalisten“, sagt Dirk Schulze von der IG Metall. Die AfD sei eine arbeitnehmerfeindliche Partei. Sie stelle die gewerkschaftliche Mitbestimmung in Betrieben in Frage, habe sich ausgesprochen für längere Lebensarbeitszeit und eine Kürzung der Rente. Tatsächlich verabschiedet sich die AfD in ihrem Parteiprogramm von einem festen Renten-Alter, ausschlaggebend soll die Zahl der Versicherungsjahre sein.

Neben dem Bündnis „Bunt und solidarisch“  und „unsere Alternative heißt Solidarität“ will die Gruppierung „Stoppt die AfD“ die Zeit der Rechtspopulisten im Bundestag, Landtagen und Stadträten „zur Episode zu machen“.  „Je breiter unser Protest, desto mehr wird das die AfD Unterstützung kosten“, glaubt Sprecherin Nora Berreis. Das sieht die AFD naturgemäß anders: Landesvize Jörn König bewertet den angekündigten Protest als „Schande für unser Land“. Von Vera König

Halteverbote und Sperrungen

Betroffen sind unter anderem – komplett oder teilweise – Clausewitz-, Kleefelder- und Schackstraße (1. Dezember, 8 Uhr bis 3. Dezember, 18 Uhr) sowie Zeppelin-, Plathner-, Gellert- und Scharnhorstraße (2. Dezember, 4 bis 18 Uhr). An allen drei Tagen komplett gesperrt sind zudem der Stadtpark, der nördliche Parkplatz östlich des Kuppelsaals und der Taxihalteplatz am Schillplatz.

Die Straßenbereiche werden im Vorfeld von Politessen und gegebenenfalls Abschleppdiensten kontrolliert – ähnlich wie vor dem jährlichen Hannover-Marathon. „Die Polizei bittet eindringlich darum, in den Halteverbotszonen abgestellte Fahrzeuge zu entfernen“, appelliert Behördensprecher Thorsten Schiewe.