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Meine Stadt Experte zweifelt an Kalkulation für Neubau des Ärztehauses
Hannover Meine Stadt Experte zweifelt an Kalkulation für Neubau des Ärztehauses
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15:43 03.02.2019
"Herzstück der Anlage": Die Wandelhalle der geplanten Ärztekammer. Quelle: Ärztekammer
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HANNOVER

Nach aktuellem Stand soll der Bau des Ärztehauses 75 Millionen Euro kosten. Doch wird diese Summe reichen? Die NP sprach mit einem Bauunternehmer, der auch als Gutachter tätig ist. Sein Urteil: Die Kalkulation der Ärztekammer ist zu optimistisch.

Der Experte geht davon aus, dass die Preise im Bausektor noch weiter steigen werden. Im vergangenen Jahr lag der Preisanstieg für Bürobauten bei etwa vier Prozent. „Diese Quote würde ich in den kommenden Jahren noch höher ansetzen“, sagt der Gutachter. Die Gründe seien die stets steigenden gesetzlichen Auflagen beim Bau und der Fachkräftemangel.

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Preispuffer zu klein?

Das Ärztehaus soll Ende 2021/Anfang 2022 fertig sein. Bei einer Bauzeit von drei Jahren (in 2018 wurde der Altbau abgerissen) wird die Teuerung allein auf Grund des Preisanstiegs (Tariferhöhungen, Inflation) also wohl bei mehr als zwölf Prozent liegen. Hinzu kämen die normalen Risiken beim Bauen (zum Beispiel Nachtragsforderungen).

Der Bauexperte hält einen Preispuffer von bis zu 25 Prozent bei einer Baukostenkalkulation für normal. Die Ärztekammer hat bei den „reinen“ Baukosten (50 Millionen Euro) einen Preispuffer von zehn Prozent angesetzt. Bei den Baunebenkosten (25 Millionen Euro) sind ebenfalls 10 Prozent für Preisanstiege eingeplant..

Ambitioniertes Projekt: So soll das Ärztehaus von der Berliner Allee aussehen. Quelle: Ärztekammer

Überhaupt die Baunebenkosten. Bei der Vorstellung des Neubaus im März 2018 hatte die Kammer der Öffentlichkeit nur die „reinen“ Baukosten präsentiert. Über die Nebenkosten wurde erst nur im Ärzteblatt informiert. Der Experte jedenfalls hält 25 Millionen für den Bau des Ärztehauses für weit überhöht. „Die Baunebenkosten machen 50 Prozent der reinen Baukosten aus. Eine solche Quote erreicht man nur bei Off-Shore-Anlagen oder Atomkraftwerken.“ Bei einer Quote von 25 Prozent sei „das obere Regal normalerweise“ erreicht. Über die Gründe für solch hohe Baunebenkosten könne er nur Vermutungen anstellen, die der Experte aber nicht äußern möchte.

„Leistungen haben ihren Preis“

Was sagt die Ärztekammer dazu? „Die Ärztekammer Niedersachsen ist bauunerfahren. Sie hat sich deshalb entschieden, gezielt nach einem Generalplaner sowie anschließend nach einem Generalunternehmen zu suchen“, erklärt Sprecher Thomas Spieker. „Diese externen Leistungen haben in einer Zeit, in der die Bauwirtschaft bekanntermaßen boomt, leider ihren Preis.“ Und zum möglicherweise zu geringen Preispuffer sagt Spieker nur: „Sie können sicher sein, dass die Ärztekammer in allen teils noch laufenden Verhandlungen auf Kostenminimierung drängt.“

Die Aufsichtsbehörde der Ärztekammer, das Sozialministerium, hat kein Problem mit der Kalkulation. „Gegenüber der Aufsichtsbehörde sind die geplanten Kosten einschließlich der Baunebenkosten seitens der Ärztekammer transparent dargestellt worden“, teilte eine Sprecherin mit. Die Mitglieder müssen die Rechnung so oder so mittragen: Zur Finanzierung des Neubaus hat die Kammer bereits die Beiträge der 41 000 Ärzte in Niedersachsen befristet für drei Jahre erhöht.

Von Thomas Nagel

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