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Meine Stadt Ärger um Taubenkot in Hannover
Hannover Meine Stadt Ärger um Taubenkot in Hannover
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09:00 27.04.2019
Tauben im Tunnel
Tauben im Tunnel Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Taubenkot auf Schritt und Tritt. Fahrgäste, die den Bahnhof Leinhausen nutzen, bekommen den Weg zu den Bahnsteigen von den Ausscheidungen der Vögel gewiesen. In welchem Ausmaß Wege und Treppen mittlerweile von Exkrementen übersät sind, lässt viele Nutzer nur noch angewidert den Kopf schütteln. „Es ist ekelerregend und eine Zumutung, dort aus der Bahn auszusteigen und so einen Dreck vorzufinden“, sagt etwa NP-Leserin Anita Darabos. Ähnliche Probleme gibt es auch an der Unterführung vom ZOB zur Ernst-August-Galerie. Die Stadt sucht nun sogar Hauseigentümer, die Räume für die Einrichtung von Taubenschlägen zur Verfügung stellen.

Bahn bemüht sich um Lösungen

Schon beim Durchqueren der Brückenunterführung unterhalb des Bahnhofs Leinhausen stellt sich ein unangenehmes Gefühl ein. Die großen Flächen, auf denen der Taubenkot auf den Gehwegen klebt, sind nicht zu übersehen. Sie warnen davor, sich besser nicht zu lange unter dem Brückenträger aufzuhalten. Denn der wirkt mittlerweile wie eine Art stählerner Taubenschlag, viele Vögel nisten darin – und erleichtern sich von dort auf Wege und Bahnhofstreppen. Die Bahn verweist auf NP-Nachfrage darauf, dass bereits 2018 in bestimmten Bereichen des Bahnhofs eine Taubenvergrämung angebracht und die verdreckten Bereiche gereinigt wurden. Tatsächlich wurden sogenannte Spikes aus Metall rings um den Stahlträger angebracht, allerdings nur auf einer Höhe. „Nun haben sich die Tauben neue Bereiche gesucht. Ein Vorort-Termin mit unserem Dienstleister hat bereits stattgefunden, um Lösungen zu finden“, sagt eine Bahn-Sprecherin.

Alles voller Taubenkot: NP-Leserin Anita Darabos ärger sich über die Zustände am Bahnhof Leinhausen. Quelle: Frank Wilde

Die Folgen beschreibt NP-Leserin Anita Darabos so: „Die Reisenden ziehen ihre Koffer durch den Vogelkot und der Fahrstuhl ist verdreckt. Auf dem feuchten Kot kann man ausrutschen. Es ist verdreckt, eklig und wirklich schon gesundheitsgefährdend.“ Die Bahn gibt ihr insofern recht, dass, „der Zustand in keinster Weise zufriedenstellend ist. Unser Anspruch ist es, unseren Kunden saubere Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheibe anzubieten.“ Noch sieht die Realität anders aus.

Aha reinigt täglich Unterführung am Hauptbahnhof

Unappetitlich wirkt auch die Unterführung am Hauptbahnhof zwischen ZOB und Ernst-August-Galerie. Auch hier tummeln sich massenhaft Tauben auf den Trägern der Eisenbahnbrücke, Passanten bahnen sich ihren Weg zwischen den Hinterlassenschaften hindurch. Auf Nachfrage versicherte das Entsorgungsunternehmen Aha, dass dort täglich von Wand zu Wand – also Fahrbahnen, Radwege und Gehwege – gereinigt werden. „Hier liegt das Problem darin, dass die Gehwegflächen innerhalb weniger Stunden nach der Reinigung wieder durch frischen Taubenkot verunreinigt sind“, erläuterte Aha-Sprecherin Helene Herich die Problematik. Eine Anfrage des Entsorgungsunternehmens an die Deutsche Bahn, die Brücke etwa mit Netzen zu versehen oder baulich zu verändern, sei bislang erfolglos.

Verdreckt trotz täglicher Reinigung: Auch die Unterführung am Hauptbahnhof ist von Taubenkot übersät. Quelle: Florian Petrow

Private Räume für Taubenschläge gesucht

Auch die Stadt ist sich der Problematik einer ausufernden Taubenpopulation bewusst. Generell prüfe man zur Zeit in Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen, wie sich die Situation verbessern lässt. Konkret geht es dabei um die Einrichtung von Taubenschlägen. Hier könnten die Tauben zwar brüten, die Eier aber auch gegen Attrappen ausgetauscht werden, um die Vermehrung zu kontrollieren.

„Es eignen sich dafür auch entsprechend ausgestaltete Räume auf Dachböden und ähnliches. Sinnvoll wäre es, wenn sich Hauseigentümer bei uns melden würden, die solche Räume auf Ihren Dachböden für einen Taubenschlag nahe einer erhöhten Population zur Verfügung stellen würden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Die Ausgestaltung, Pflege und Reinigung der Räume würde die Stadt in Zusammenarbeit mit den Tierschutzorganisationen übernehmen, so der Stadtsprecher. Konkrete Standorte gibt es im Moment jedoch noch nicht.

Quelle: Florian Petrow

Von André Pichiri